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pte20210913003 Medien/Kommunikation, Technologie/Digitalisierung

Fake News: Videos kommen am besten an

Menschen laut Erhebung der Pennsylvania State University bei reinen Textbeiträgen skeptischer


Beispiel-Fake: Bewegtbild spricht viele Menschen sehr an (Foto: psu.edu)
Beispiel-Fake: Bewegtbild spricht viele Menschen sehr an (Foto: psu.edu)

University Park (pte003/13.09.2021/06:10) -

Fake News kommen als Video besser an denn in Audio- oder reiner Textform, so eine aktuelle Studie. User glauben demnach bei Videos viel eher, dass die Geschichte echt ist, und neigen auch stärker dazu, die Falschinformation weiter zu teilen. „Wenn Sie etwas sehen, glauben Sie es eher, weil es so offensichtlich real erscheint", begründet das Studien-Erstautor S. Shyam Sundar, Professor für Medienwirkung an der Pennsylvania State University https://psu.edu . Eben das macht Fake-News-Videos potenziell besonders gefährlich.

Sehen statt denken

In einem Versuch glaubten rund 58 Prozent der Teilnehmer, dass ein Fake-News-Video in einer Instant-Messaging-App echt ist. Bei der gleiche Story als Audio-Datei waren nur 48 Prozent so vertrauensselig, und bei einem Text-Artikel gar nur 33 Prozent. Der Grund dafür ist eigentlich banal. „Bei einem Text müssen Sie ihre eigene Vorstellungskraft nutzen, um sich in die in Worten beschriebene Situation oder Szene zu versetzen", sagt Sundar. Bei einem Video dagegen neigen die Menschen aufgrund einer Informationsüberflutung dazu, ganz einfach ihren Augen zu trauen – ohne darüber nachzudenken, dass sie womöglich gerade eine Lügengeschichte aufgetischt bekommen.

 Die Studie ergab auch, dass die Menschen Videos bereitwilliger teilen. Volle 78 Prozent gaben in einem Experiment an, dass sie das machen würden. Bei eine Audio-Datei und einem Text lag der Anteil nur bei etwas weniger bzw. etwas mehr als zwei Drittel. Videos gehen somit auch eher viral. Die Forscher stellten jedoch fest, dass es einen Unterschied macht, wer Fake News zu sehen bekommt. Insbesondere lassen sich Menschen, die wirklich tief in einem Thema stecken, im Gegensatz zu anderen doch eher von Text- und Audio-Fakes täuschen als von Videos.

Deep-Fake-Bedrohung

Die relativ hohe Video-Gläubigkeit der Menschen können sich die Lügenbarone hinter diversen Falschinformationen immer leichter zunutze machen. „Durch neue Technologien lassen sich Videos leicht manipulieren, um Deep Fakes zu erschaffen", warnt Sundar. Wenn user einfach ihren Augen trauen, kann das äußerst gefährlich werden. Der Medienwissenschaftler verweist darauf, dass es in Indien aufgrund gefälschter Videos in sozialen Medien schon zu Aufruhr und Lnychjustiz gekommen ist.

Für die Studie zeigten die Forscher ihre Fake News Usern in Form von WhatsApp-Nachrichten, die Probanden aber nicht auf ihre eigenen Geräte bekamen. Denn Wissenschaftler war nämlich das Risiko zu groß, dass die Geschichten dann weiterverbreitet werden. Auf WhatsApp wäre das besonders gefährlich. Denn dort sehen nur vorgesehene Empfänger eine Nachricht, Dritte können etwaigen Falschinformationen gar nichts entgegensetzen. Die Forscher empfehlen daher, dass WhatsApp Nutzern eine Nachdenkpause aufzwingen sollte, ehe sie Videos weiterleiten können.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Thomas Pichler
Tel.: +43-1-81140-314
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