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pte20210421011 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

Datenspionage: TikTok droht Mega-Klage

Bei Erfolg in Großbritannien winken den Betroffenen laut Initiatorin Tausende Euro Entschädigung


TikTok: Chinesische Social-App in der Kritik (Foto: unsplash.com, Solen Feyissa)
TikTok: Chinesische Social-App in der Kritik (Foto: unsplash.com, Solen Feyissa)

London/Peking (pte011/21.04.2021/11:30) -

Die chinesische Video-App TikTok http://tiktok.com ist nichts anderes als ein Datenspionage-Service, der sich als soziales Netzwerk tarnt, um Kindern sensible persönliche Informationen zu entlocken. Das besagt eine Anklageschrift, die derzeit in Großbritannien von der ehemaligen obersten Jugendschützerin des Landes, dem Children's Commissioner for England http://childrenscommissioner.gov.uk, vorbereitet wird. Sie soll im Namen von Millionen von Kindern in der EU eingereicht werden und könnte bei Erfolg jedem Betroffenen Tausende Euro Entschädigung bringen, so die Initiatorin.

[b]"Exzessive Datensammelpolitik"[/b]

„TikTok ist eine umgemein beliebte Social-Media-Plattform, die Kindern während eines sehr schwierigen Jahres geholfen hat, den Kontakt zu ihren Freunden aufrecht zu erhalten. Hinter den lustigen Liedern und Tanzwettbewerben verbirgt sich aber etwas sehr viel Düstereres", zitiert „BBC News" Anne Longfield, eine ausgewiesene Kinderrechtsexpertin, die bis Februar 2021 als Children's Commissioner for England fungierte. Damit meint sie vor allem eine „versteckte exzessive Datensammelpolitik", die die Privatsphäre der Nutzer bewusst verletzt, um Profit daraus zu ziehen.

„TikTok hat mehr als 800 Mio. User auf der ganzen Welt und der Mutterkonzern ByteDance hat letztes Jahr Milliardenprofite eingefahren. Die große Mehrheit davon wird durch Werbeeinnahmen generiert", betont Longfiled. Und diese basieren wiederum maßgeblich auf den ausspionierten Daten. „Diese Firma schnappt sich persönliche Informationen wie Handynummern, Videos, genaue Ortsangaben und biometrische Daten, ohne Warnung, Transparenz oder die per Gesetz verpflichtende ausdrückliche Zustimmung. Weder die Kinder noch die Eltern wissen, was mit den gesammelten Informationen passiert", so die Expertin.

[b]TikTok will Klage bekämpfen[/b]

Bei TikTok kann man die aktuelle Aufregung verständlicherweise nicht nachvollziehen und hat bereits angekündigt, alle möglichen rechtlichen Schritte gegen die bevorstehende Klage ergreifen zu wollen. „Privatsphäre und Sicherheit sind unsere Top-Prioritäten und wir haben starke Regeln, Prozesse und Technologien, um alle User zu schützen – insbesondere unsere jüngeren User. Wir glauben, diese Klage fehlt jegliche Grundlage und werden uns vehement dagegen verteidigen", heißt es in einer ersten Stellungnahme des Unternehmens.

„Die Datensammelpraxis von TikTok stellt einen gravierenden Bruch des geltenden Datenschutzrechts in Großbritannien und der EU dar", meint hingegen Tom Southwell, Partner bei der Anwaltskanzlei Scott and Scott http://scott-scott.com , die im vorliegenden Fall die Anklage vertreten wird. „Es ist unakzeptabel, einen Profit aus diesen Informationen zu schlagen ohne die rechtlichen Pflichten einzuhalten", gibt sich der Jurist siegessicher.

(Ende)
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