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pte20210421003 Medien/Kommunikation, Technologie/Digitalisierung

KI verfolgt COVID-Verschwörungstheorien

Erkenntnisse sollen laut LANL-Forschern helfen, Falschinformationen besser zu bekämpfen


Pandemie-Zweifel: Verstehen erleichtert Umgang (Foto: the blowup, unsplash.com)
Pandemie-Zweifel: Verstehen erleichtert Umgang (Foto: the blowup, unsplash.com)

Los Alamos (pte003/21.04.2021/06:10) -

Forscher am Los Alamos National Laboratory (LANL) https://lanl.gov haben eine KI entwickelt, die auf sozialen Medien Verschwörungstheorien zu COVID-19 erkennt und abschätzt, wie sich diese mit der Zeit entwickeln. So will das Team ein besseres Verständnis entwickeln, wie sich derartige Falschinformation mit der Zeit entwickelt. Das soll letztlich helfen, in sozialen Medien neu aufkeimenden Unsinn besser mit echten Fakten entgegenwirken zu können.

Falschinformation richtig einschätzen

„Es ist wichtig, dass Bedienstete des Gesundheitswesens wissen, wie sich Verschwörungstheorien entwickeln und Fahrt aufnehmen", meint LANL-Forscherin Courtney Shelley. Um eben das besser zu verstehen, haben die Forscher ein maschinenlernendes System entwickelt, das zunächst für Tweets einschätzt, ob diese COVID-Falschinformation sind und auch verfolgen kann, wie sich entsprechende Verschwörungstheorien im Laufe der Zeit entwickeln.

Basis für die Entwicklung der KI war ein Datensatz von rund 1,8 Mio. Tweets, die COVID-19 ansprechen. Ein Teil davon waren einer von vier gängigen Verschwörungstheorien zuzuordnen: dass 5G-Funkmaten COVID verbreiten; dass die Bill and Melinda Gates Foundation hinter COVID-19 steckt oder es für finstere Zwecke missbrauchen will; dass das Virus künstlichen Ursprungs ist; oder, dass die zum damaligen Zeitpunkt noch in Entwicklung befindlichen Impfungen gefährlich sein würden. Damit konnte das Team die KI trainieren, um eben Falschinformation zu erkennen und zu verfolgen.

Gezielt (nicht) reagieren

In einer Studie konnte das Team so beispielsweise zeigen, dass Verschwörungstheorien reale Ereignisse uminterpretieren. So wurde eine Aussage von Bill Gates im März 2020, dass man die Entwicklung einer injizierbaren unsichtbaren Tinte, die über Impfungen Buch führen könnte, die Behauptung, Gates wolle mit der COVID-19-Impfung die Bevölkerung chippen, um sie zu kontrollieren.

Den Forschern zufolge könnte ein beaufsichtigt lernendes System auch neu aufkommende Verschwörungstheorien erkennen, ein unbeaufsichtigtes Veränderungen in der Bedeutung verschiedener Wörter für die Themen der Theorien verfolgen. Letztendlich soll das helfen, auf Falschinformation auf sozialen Medien besser gezielt reagieren zu können – oder auch nicht. Wer eine neue Verschwörungstheorie zu früh aufgreife, könne dieser laut Shelley eben dadurch zum Durchbruch verhelfen, obwohl sie eigentlich zum Scheitern verurteilt war.



(Ende)
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