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pte20210401002 Medien/Kommunikation, Technologie/Digitalisierung

"Fake News": Warnungen ändern Verhalten

Markierte Tweets sind laut UAH-Analyse weniger glaubwürdig und werden seltener geteilt


COVID-19: Falsche Infos landen auf Twitter (Foto: unsplash.com, Claudio Schwarz)
COVID-19: Falsche Infos landen auf Twitter (Foto: unsplash.com, Claudio Schwarz)

Huntsville (pte002/01.04.2021/06:05) -

Wenn Falschinformationen auf Twitter ausdrücklich als „Fake News" gekennzeichnet werden, kann das das Nutzerverhalten in sozialen Medien entscheidend verändern. Entsprechende Warnhinweise führen nämlich dazu, dass die Leute betreffende Tweets als weniger glaubwürdig, zuverlässig, genau, nützlich, relevant und interessant betrachten. Infolgedessen sinkt dann auch die Motivation, derartige Meldungen mit einem „Like" zu versehen oder weiter zu teilen, wie eine Studie der University of Alabama in Huntsville (UAH) http://uah.edu/">http://uah.edu aufzeigt.

[b]"Kämpfen auch mit einer Infodemie"[/b]

„Amerika kämpft derzeit nicht nur mit einer Pandemie, sondern auch mit einer Infodemie", stellt Candice Lanius, Assistant Professor am Communication Arts Department der UAH, fest. Dieser Begriff, der 2020 von der Weltgesundheitsorganisation WHO http://who.int/">http://who.int geprägt worden ist, bezeichne unsere einzigartigen gegenwärtigen Umstände sehr gut, wie die Forscherin findet: „Wir haben ein Überangebot an Information in sozialen und traditionellen Medien. Einige Leute teilen naiv schlechte Informationen. Es gibt aber auch Akteure, die das mit Absicht tun, weil sie ihre eigenen politischen und finanziellen Agenden verfolgen".

Genauso wie die Corona-Pandemie sei auch die Infodemie ein ernsthaftes globales Problem. Um dieses zu lösen, gebe es verschiedene Ansätze, wie Lanius erläutert. Oftmals gehe es dabei darum, zu versuchen, das Verhalten der User zu verändern. „In den meisten Fällen führt das dann nur dazu, dass diese Leute noch stärker an ihren falschen Überzeugungen festhalten", betont die Forscherin: „In unserer Studie waren wir aber positiv überrascht zu sehen, dass Warnhinweise wirken", so die Wissenschafterin.

[b]Corona-Nachrichten im Visier[/b]

Für ihre Untersuchung nahm die UAH-Expertin gemeinsam mit ihren Co-Autoren William MacKenzie und Ryan Weber vor allem die Corona-Nachrichtenberichterstattung ins Visier. Entsprechende Twitter-Meldungen etwa zu den aktuellen Zahlen der Neuinfektionen wurden demnach mit zwei unterschiedlichen Flaggen als Warnhinweise versehen: die erste zeigte an, dass der betreffende Beitrag möglicherweise von einem Bot stammt, und die zweite ließ auf Falschinformationen im Inhalt des Postings schließen.

„Wir haben definitiv gesehen, dass beide Flaggen die Leute skeptischer werden lassen, was fehlerhafte Informationen betrifft", fasst Weber die Ergebnisse zusammen. Das sei auch deutlich geworden, weil betreffende Inhalte in weiterer Folge wesentlich seltener geliked oder geteilt wurden. „Einige scheinen allerdings immuner gegenüber Flaggen zu sein als andere", wie der Forscher anmerkt: „Zum Beispiel haben sie bei den Zusehen von Fox News weniger Wirkung gezeigt."

(Ende)
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