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pte20210121004 Unternehmen/Wirtschaft, Forschung/Entwicklung

Recruiting: Gender-Bias kostet Firmen Geld

Schon geringe Geschlechtervorurteile führen oftmals zu hohen Produktivitätsverlusten


Job-Interview: Gender-Stereotype sind ein Problem (Foto: pixabay.com, styles66)
Job-Interview: Gender-Stereotype sind ein Problem (Foto: pixabay.com, styles66)

Corvallis (pte004/21.01.2021/06:10) - Schon geringe Geschlechtervorurteile beim Einstellen neuer Mitarbeiter können zu hohen Diskriminierungsraten und Produktivitätsverlusten führen. Für Arbeitgeber bedeutet ein solcher Gender-Bias oft auch signifikante Kosten, wie eine neue Studie der Oregon State University (OSU) http://oregonstate.edu zeigt. Diese sieht zwar deutliche Fortschritte in Sachen Gender-Neutralität beim Recruiting in Unternehmen, betont aber auch, dass das Problem noch immer weiterbesteht.

"Unbeabsichtigte Präferenzen"

"Geschlechtervorurteile sind subtile, unbeabsichtigte Präferenzen, die ein Geschlecht über das andere stellen. Trotz vehementer Versuche, derartige stereotype Vorstellungen beim Einstellen neuer Mitarbeiter zu reduzieren, bleiben sie weiter bestehen und stellen potenzielle Probleme für Unternehmen dar", so Jay Hardy, Assistant Professor für Management am College of Business der OSU. Die Forschung habe schon lange Zeit darauf hingewiesen, dass solche Vorurteile existieren. "Unsere Studie zeigt nun auch, was das für Arbeitgeber bedeutet", so der Experte.

Diese müssten schon von Anfang an im Rekrutierungsprozess darauf achten, jegliche Art von Geschlechterstereotypen zu vermeiden. "Bei der Entscheidungsfindung beim Recruiting können sich schon kleine Vorurteile mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Sicht des Gesetzes zu echten Diskriminierungen entwickeln", stellt Hardy klar. Das könne dann auch schnell ernste finanzielle Folgen für Unternehmen haben - zum Beispiel durch Gerichtsverfahren. "Aber auch, weil man dann unter Umständen jemanden eingestellt hat, der weniger qualifiziert ist und seinen Job nicht so erfolgreich erledigen kann", so der OSU-Wissenschaftler.

Von vier auf ein Prozent gesunken

Für ihre Studie haben der Forscher und sein Team Untersuchungen zum Thema Gender-Bias am Arbeitsplatz aus knapp 30 Jahren ausgewertet. Die gute Nachricht ist, dass die entsprechende Bevorzugung eines bestimmten Geschlechts im Laufe der Zeit tatsächlich messbar nachgelassen hat, wie ihre Ergebnisse zeigen. So haben geschlechterstereotype Vorstellungen noch vor einigen Jahrzehnten an die vier Prozent aller Einstellungsverfahren nachweislich beeinflusst. Heutzutage ist dieser Einfluss nur noch bei einem Prozent der Fälle zu beobachten.

Was das finanziell gesehen für Folgen haben kann, veranschaulicht Hardy am konkreten Beispiel einer typischen Fortune-500-Firma. Wenn diese 8.000 neue Mitarbeiter pro Jahr anheuert und dabei einen Gender-Bias von einem Prozent aufweist, kann man von 32 falschen und vielen weiteren suboptimalen Recruiting-Entscheidungen ausgehen. Der Produktivitätsverlust, der sich daraus ergibt, beläuft sich auf 2,8 Mio. Dollar (rund 2,3 Mio. Euro) pro Jahr, wie Hardy errechnet hat. Ein Gender-Bias-Effekt von vier Prozent würde sogar 192 falsche Entscheidungen und 17 Mio. Dollar (rund 14 Mio. Euro) an jährlichem Produktivitätsverlust bedeuten.

(Ende)
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