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pte20201027022 Unternehmen/Wirtschaft, Handel/Dienstleistungen

EZB: Strengere Kreditvergabe in Euro-Zone

Fünftel der Geldinstitute hat in Corona-Zeit härtere Kriterien für Unternehmen und Haushalte


Kredit: Euro-Banken werden strenger (Foto: pixabay.com, Raten-Kauf)
Kredit: Euro-Banken werden strenger (Foto: pixabay.com, Raten-Kauf)

Frankfurt am Main/Wien (pte022/27.10.2020/13:30) - Ein Fünftel der Banken in der Eurozone hat im dritten Quartal 2020 strengere Kriterien für Kredite an Unternehmen sowie auch an Haushalte eingeführt. Das zeigt eine Erhebung der Europäischen Zentralbank (EZB) http://ecb.europa.eu . Den Geldinstituten zufolge sind Kredite in der Corona-Zeit deutlich riskanter geworden. Im vierten Quartal ist sogar mit noch höheren Standards für Kreditwürdigkeit zu rechnen.

Ausfall-Wahrscheinlichkeit höher

"Die Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen ist in unsicheren Zeiten wie der Corona-Krise deutlich höher. Banken und Versicherungen kalkulieren genau die Risiken und es ist verständlich, dass sie jetzt vorsichtiger sind. Tatsächlich geben Institute momentan aber sogar mehr Kredite, weil viele europäische Regierungen die Kosten für Ausfälle abdecken, was normalerweise die Banken selbst tun müssten", erläutert Dieter Hein, Geschäftsführer von fairesearch http://fairesearch.de , gegenüber pressetext.

143 Banken haben an einer Umfrage der EZB teilgenommen. Besonders hart sind europäische Geldinstitute bei Krediten für Häuserkäufe von Haushalten. Hier hat sich die Nachfrage im dritten Quartal erhöht, was vor allem an relativ niedrigen Zinsen sowie einer höheren Zuversicht bei Konsumenten liegt. Banken wollen ihre Ansprüche im vierten Quartal in diesem Bereich noch erhöhen.

"Ereignis jenseits aller Erwartungen"

Bei Unternehmen ist die Nachfrage nach Krediten gesunken. Firmen brauchen im Vergleich zum zweiten Quartal 2020 mittlerweile weniger Notfall-Liquidität. Laut der EZB wären die Eurozone-Banken aufgrund von verschiedenen Hilfsmaßnahmen durchaus in der Lage, Kredite zu vergeben, jedoch halten sie sich aufgrund der unsicheren Aussichten für die zukünftige Wirtschaftslage zurück.

"Daraus spricht die allgemeine Unmöglichkeit, eine ernsthafte Aussage über die wirtschaftliche Entwicklung der nächsten sechs bis zwölf Monate zu treffen. Grundsätzlich haben die Banken aus der Finanzkrise 2008 sehr wohl gelernt und der Sektor ist sehr eng reguliert. Die Pandemie 2020 ist aber in der Tat ein Ereignis jenseits aller Erwartungen", sagt Gerhard Wagner, Geschäftsführer des Kreditschutzverbands KS­V1870 http://ksv.at , auf Nachfrage von pressetext.

(Ende)
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