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pte20200603027 Medizin/Wellness, Umwelt/Energie

Landnutzung beeinflusst Virus-Ausbreitung

Krankheitserreger reagieren auf menschliche Tätigkeit - Forschung weist noch große Lücken auf


Dorf in Malaysia: Abholzung verändert Landschaft (Foto: exeter.ac.uk, C. Butler)
Dorf in Malaysia: Abholzung verändert Landschaft (Foto: exeter.ac.uk, C. Butler)

Exeter (pte027/03.06.2020/13:55) - Die Suche nach der Art und Weise, in der neue Krankheiten wie COVID-19 auftreten und sich als Reaktion auf die weltweiten Veränderungen bei der Landnutzung durch die Vermehrung der Bevölkerung ausbreiten, weist laut einer Studie der University of Exeter http://exeter.ac.uk große Lücken auf. Die Forscher haben untersucht, wie Abholzung und Urbanisierung die Ausbreitung von Krankheiten von Säugetieren auf Menschen beeinflussen.

Umwandlung in Ackerland

Die meisten neuen Viren und andere Krankheitserreger beim Menschen werden wie beim Virus, das COVID-19 auslöst, von anderen Tieren übertragen. Einer der Schlüsselfaktoren, der diese Übertragung beeinflusst, ist die Veränderung der Landnutzung durch Abholzung, Urbanisierung und die Umwandlung in Ackerland. Die Auswirkung dieser Veränderungen auf das Verhalten von Tieren wie Nagetieren oder Vieh sowie das Risiko der Verbreitung einer Krankheit auf den Menschen wurde bisher hauptsächlich im Kontext der Urbanisierung erforscht.

Die Studienautoren fordern mehr Forschung, um vorherzusagen, wie neue Krankheiten auftreten und sich als Reaktion auf die veränderte Landnutzung ausbreiten. Laut Co-Autorin Orly Razgour zeige die Studie große Lücken im Wissen darüber, wie Veränderungen der Landnutzung die Ausbreitung von Krankheiten von Säugetieren auf Menschen beeinflussen. Es gehe dabei um Schlüsselwirte wie Fledermäuse und darum, wie wichtige Veränderungen in der Landwirtschaft wildlebende Säugetiere und ihre Interaktion mit dem Vieh beeinflussen.

Tier-Mensch-Übertragung

Rund 75 Prozent der menschlichen Krankheitserreger wie Viren werden von Tieren auf den Menschen übertragen. Dazu gehören neue Infektionskrankheiten, also neu erkannte oder wieder auftretende Erkrankungen, die beim Menschen erstmals entdeckt werden und sich wie COVID-19 rasch ausbreiten. Es ist wichtig, den Ursprung des Ausbruchs zu identifizieren und ebenso die Faktoren, die es diesen Krankheiten ermöglichen sich auszubreiten. Die Forscher betonen jedoch, dass viele Verfahren zur Sammlung dieser Daten noch in Entwicklung sind.

Entscheidend ist den Wissenschaftlern nach, dass zwar Regionen wie Südamerika und Asien genauer erforscht worden sind, große Teile der Welt wie auch Afrika aber viel weniger. Die Forscher fordern daher weltweit umfassendere Studien, nicht nur um besser zu verstehen, wie sich diese Krankheiten ausbreiten, sondern auch um Entscheidungsträger dabei zu unterstützen, jene Faktoren zu identifizieren, die das Risiko eines Auftretens verändern. Die Studienergebnisse wurden in "Mammal Review" veröffentlicht.

(Ende)
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