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pte20130116023 Unternehmen/Wirtschaft, Handel/Dienstleistungen

Insolvenzen 2012: Knapp 40 Mrd. Euro Schaden

Schlecker und Neckermann als große Brocken - Start-ups stark betroffen


Taschenrechner: Insolvenzschäden sind hoch (Foto: pixelio.de/Thorben Wengert)
Taschenrechner: Insolvenzschäden sind hoch (Foto: pixelio.de/Thorben Wengert)

Hamburg (pte023/16.01.2013/15:00) - Im vergangenen Jahr hat der durch Insolvenzen verursachte Schaden in Deutschland 38,3 Mrd. Euro betragen. Gegenüber dem Vorjahr (31,5 Mrd. Euro) bedeutet dies einen Anstieg von 21,6 Prozent. Die Zahl der Insolvenzen ist jedoch um 2,2 Prozent auf rund 29.600 zurückgegangen. Das ist der zweitniedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. Diese Zahlen gehen hervor aus einer heute, Mittwoch, präsentierten Studie http://bit.ly/11z4Oi2 der Hamburger Wirtschaftskunftei Bürgel http://buergel.de . Hauptgrund für den bitteren Gang in ein Insolvenzverfahren sind fehlende Aufträge. Die Diskrepanz zwischen Schaden und Anzahl der Fälle lässt sich mit den beiden großen Pleiten von Neckermann und Schlecker erklären.

118 Pleiten pro Tag

Im Durchschnitt sind 2012 zwischen Rhein und Oder pro Werktag 118 Firmen zahlungsunfähig geworden. Für 2013 erwartet Bürgel einen leichten Anstieg auf 30.300 Insolvenzen. "Begründet wird dieser Zuwachs mit der sich abschwächenden Konjunktur in Europa und den schwachen Wachstumsprognosen für Deutschland. Nachgelagert können sich die konjunkturellen Einflüsse auf die Zahl der Firmenpleiten auswirken", erklärt Bürgel-Chef Norbert Sellin.

Unter der Zahlungsunfähigkeit anderer leiden Gläubiger und Lieferanten, die aufgrund der ausbleibenden Forderungen teilweise auch selbst in Turbulenzen geraten. Hinzu kommt das persönliche Schicksal der Beschäftigten, denen oftmals nur mehr der Gang zum Arbeitsamt bleibt. Die Studie zeigt, dass insbesondere junge Firmen häufig in die Pleite schlittern. 40 Prozent aller Insolvenzfälle betreffen Unternehmen, die jünger als vier Jahre sind. Dienstleister und Handelsunternehmen sind besonders gefährdet.

Gefährliches Pflaster NRW

Wie bei so vielen Kennzahlen gibt es auch hier teils gravierende Unterschiede. Während in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein 160 bzw. 108 Insolvenzen je 10.000 Firmen angemeldet wurden, waren es in Baden-Württemberg und Bayern nur 51 bzw. 59. Während die Zahl der Pleiten in Deutschland leicht gesunken ist, kommen sie in Österreich wieder öfter vor. In der Alpenrepublik sind sie um 1,2 Prozent auf 6.266 gestiegen. Daraus lässt sich eine Insolvenzrate von 25 pro Tag errechnen. Rund 22.000 Jobs waren davon betroffen.

(Ende)
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Ansprechpartner: Sebastian Köberl
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