Österreichs Industrie hat Konjunkturhöhepunkt erreicht
Erste Anzeichen für Abschwung werden spürbar
Wien (pte020/24.11.2000/12:39) Die österreichische Industrie hat ihren Konjunktur-Höhepunkt erreicht. Weitere Steigerungen sind derzeit nicht in Sicht. Dies erklärten heute, Freitag der Leiter der Sektion Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich http://www.wko.at , Joachim Lamel, und der Vorstand des Industriewissenschaftlichen Institutes http://www.iwi.at , Werner Clement, im Rahmen einer Pressekonferenz.
Ein Warnsignal für die Konjunkturabschwächung sieht Lamel in den zunehmenden Abschwächungstendenzen in den Auftragseingängen der unterschiedlichen Fachverbände. So melden 13 Fachbereiche steigende und sechs Verbände stagnierende Auftragszahlen. Der Fachverband der Stein- und keramischen Industrie beklage bereits eine rückläufige Auftragseingags-Entwicklung. Dies müsse im Vergleich zu der allgemeinen Produktionsentwicklung im letzten Quartal gesehen werden, nach der kein einziger Verband rückläufige Produktionsaktivitäten, fünf gleichbleibende und 15 Verbände über Steigerungen in der Produktion berichten konnten.
Clement (im Bild links) sieht ähnlich wie bereits zuvor das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) und das Institut für Höhere Studien (IHS) das Konsolidierungsprogram der Regierung und die hohen Erdöl- Rohstoff und Tansportpreise als Konjunkturbremse (siehe auch pte-Meldung http://www.pressetext.at/show.pl.cgi?pta=001006029 ). Dennoch rechnet der Wirtschaftsforscher im kommenden Jahr mit einem Plus beim Produktionsindex von 4,5 Prozent, was etwa einem Minus von zwei Prozent gegenüber dem Hochkonjunktur-Jahr 2000 entspricht.
Die gute Produktivitätsentwicklung in der österreichischen Industrie hat laut Clement jedoch kaum für Beschäftigungsimpulse gesorgt. So konnte trotz Hochkonjunktur keine nennenswerter Anstieg bei der Nachfrage nach Arbeitskräften verzeichnet werden. "Ausschlaggebend dafür ist der Rationalisierungsschub in der Industrie, der durch die technische Weiter-Entwicklung und Outsourcing-Programme getragen wird", erklärte Lemel (Bildmitte) gegenüber pressetext.austria. Auf die Frage, wie lange sich diese Phase der Rationalisierungen noch fortsetzen werde, meinte Lamel: "Das ist ein sehr dynamischer Prozess, aber ewig wird es in der Art sicherlich nicht weitergehen."
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