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pte20100129026 Medizin/Wellness, Kultur/Lifestyle

Mode-Klobrillen können zu Ausschlag führen

Ursache der Dermatitis infolge von überlangem Klositzen untersucht


Bei der Toilettreinigung verzichtet man besser auf aggressive Putzmittel (Foto: pixelio.de/Sturm)
Bei der Toilettreinigung verzichtet man besser auf aggressive Putzmittel (Foto: pixelio.de/Sturm)

Baltimore/München (pte026/29.01.2010/13:45) - Eine seltene Kinderkrankheit, die infolge der Toilettenbenutzung auftreten kann, haben amerikanische Hautärzte unter die Lupe genommen. Die sogenannte "Klobrillen-Dermatitis" dürfte auf die Verwendung von Putzmitteln in Toiletten sowie auch auf das Material der Klobrille zurückgehen, schreiben die Forscher vom Johns Hopkins Children's Center http://www.hopkinschildrens.org in der Zeitschrift "Pediatrics". Das habe eine parallele Untersuchung mehrerer Fälle in den USA und Indien ergeben.

Der Kinderdermatologe Dietrich Abeck http://www.hautzentrum-nymphenburg.de betont gegenüber pressetext, dass die Klobrillen-Dermatitis in der medizinischen Praxis eine "Rarität" ist. "Es handelt sich dabei um keine Allergie, sondern um eine Irritation, die bei ständigem langen Klositzen auftreten kann. Die Haut schwitzt an den Kontaktstellen zur Brille, kann dadurch Rückstände aus Reinigungsmitteln leichter aufnehmen und eine Rötung tritt auf."

Begleiterscheinung der Neurodermitis

Die ekzemartigen Hautveränderungen würden besonders Kinder mit leicht irritierbarer Haut entwickeln. Das sei häufig etwa bei einer bestehenden Neurodermitis-Erkrankung oder bei einer Neigung dazu der Fall. Die Krankheit sei jedoch gut behandelbar. "Therapeutisch wendet man neben der intensiven Basispflege kurzzeitig topischer Steroide an, die zu einer raschen Abheilung führen", erklärt Abeck.

Die US-Studienautoren um Bernhard Cohen zählen zu den Auslösern des Ausschlages neben Phenol- oder Formaldehyd-hältigen Putzmitteln auch Klobrillen aus exotischen Hölzern, die derzeit in Mode seien. Diese könnten insbesonders dann ein Problem darstellen, wenn sie lackiert oder bemalt sind. Wolle man solche Fälle vermeiden, könne man die Brillen durch Plastikmodelle austauschen und Putzmittel auf Alkohol- oder Hydrogen-Peroxid-Basis verwenden.

Klares Wasser beseitigt das Problem

Abeck hält es für ausreichend, zur Vorbeugung der Krankheit bei verdächtigen Anzeichen mehrere Wochen lang auf chemische Reinigung der Brille ganz zu verzichten. "Klares Wasser genügt eigentlich für die tägliche Reinigung zuhause, um die Sitzfläche sauber zu halten. In Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten reicht dies aus hygienischen Gründen allerdings nicht", so der Hautmediziner.

(Ende)
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Ansprechpartner: Johannes Pernsteiner
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