pts19990217006 in Business
"Wien wird fit für electronic Commerce"
Wirtschaftsstadträtin Brigitte Ederer: Wien will Zukunftsentwicklung mitbestimmen
Wien (pts006/17.02.1999/12:33)
In den nächsten zwei Jahren rüstet sich die Stadt Wien für Electronic Commerce. Dadurch können Geschäftsvorgänge auf elektronischem Wege über Datennetze, allen voran das Internet, abgewickelt werden. Wirtschaftsstadträtin Mag. Brigitte Ederer sieht durch diese Vorreiterrolle Wiens in Sachen E-Commerce die Chance, die Attraktivität des Wirtschafsstandortes Wien weiter auszubauen. Denn der Einsatz modernster Kommunikations- und Transaktionsmethoden in der Wiener Verwaltung verkürzt vor allem für Wiener Unternehmungen bürokratische Abläufe.Die Stadt Wien hat gemeinsam mit zwei Partnern aus der Wirtschaft, Alcatel und Rüdiger Nürk Managementberatung, ein Konzept erarbeitet, um die Stadt Wien und die Wiener Unternehmungen fit zu machen für Electronic Commerce. Die Stadt Wien hat in dieser Partnerschaft die Rolle des Initiators und Katalysators übernommen und trägt selbst mit der Einführung des E-Commerce in ihrer Verwaltung maßgeblich zum Gelingen dieses Projektes bei. Ziel des Public-Private-Partnership Projektes ist es, nicht zuletzt durch den Einsatz von E-Commerce innerhalb der Stadt Wien, für alle Wiener Unternehmen die Eintrittsbarrieren zum Einstieg in den electronic Commerce zu senken und damit die Attraktivität des Standortes Wien zu steigern, erklärte Brigitte Ederer heute bei einer Pressekonferenz.
Die Stadt Wien beteiligt sich als eine der ersten Städte Europas aktiv an der Gestaltung des E-Commerce-Umfeldes und versetzt sich damit in die Rolle, die künftigen Entwicklungen maßgeblich mitzubestimmen und rechtzeitig zu beeinflussen. Damit ist garantiert, daß BürgerInnen und Unternehmen nicht nur mit den Gefahren der neuen Technologien konfrontiert werden, sondern auch deren großes Potential erkennen und nützen können.
Eine Untersuchung der Magistratsabteilungen hat ergeben, welche Transaktionen zwischen der Stadt und den Unternehmen bzw. BürgerInnen in den nächsten zwei Jahren auf elektronischem Weg durchgeführt werden können:
Ein erster Schritt war die Einführung von Bankomatkassen in drei Stadtkassen im vergangenen Jahr. Heute zeigt sich der Erfolg dieses Modellversuchs, da nach einem halben Jahr etwa 15 % der Parkpickerl mit Bankomat bezahlt werden.
Derzeit ist ein Pilotprojekt mit Steuerberatern in Entstehung, das ermöglicht, Steuereklärungen elektronisch abzuwickeln. Ziel ist, nach den Erfahrungen mit dieser Pilotphase, die zukunftweisende Möglichkeit für alle Wiener Unternehmungen zur Verfügung zu stellen.
Außerdem wird ab Mitte 1999 den Wohnungsgenossenschaften in Wien die Vorschreibung der Grundsteuer, der Müllabfuhr, der Wassergebühr und der Abwassergebühr per Internet zur Verfügung gestellt. Damit ergibt sich für die Siedlungsgenossenschaften eine enorme Erleichterung, da die Gebühren auf kurzem Weg an die Mieter weitergeleitet werden können.
Ein Meilenstein ist die Möglichkeit der Bezahlung von Mieten für Gemeindewohnungen, der Grundsteuer, der Hundesteuer oder der Organstrafmandate über Telebanking. Derzeit wird mit den Banken über die Zweckwidmung der Einzahlungen verhandelt.
Mit diesen Projekten werden die Verwaltungsabläufe vereinfacht, was sowohl für die Stadt Wien als auch für die Unternehmen und BürgerInnen zu einer Kosten- und Zeitersparnis führt.
Ein Problem heute ist, daß die nötige Infrastruktur für den breiten Einsatz von Electronic Commerce nur fragmentarisch vorhanden ist. Für einen kleinen Betrieb bedeutet der Einstieg in den elektronischen Markt heute einen großen Aufwand an Kosten, PR-Anstrengungen und Know-how. Außerdem ist der Streuverlust dieses Aufwandes enorm, denn nur eine Homepage am World-Wide-Web ist zu wenig, um zusätzliche Geschäfte zu generieren.
Deshalb wurde Alcatel / Rüdiger Nürk Managementberatung beauftragt, ein Konzept für die Bildung einer technischen, finanziellen und logistischen Infrastruktur zu erarbeiten, auf der die Unternehmen und BürgerInnen sämtliche Transaktionen untereinander und vor allem mit der Stadt Wien abwickeln können. Diese Infrastruktur soll von Konsortien erstellt werden, die aus Unternehmen zusammengesetzt sind. Die Konsortien werden bis Mitte dieses Jahres errichtet. Durch diese Infrastruktur ist gewährleistet, daß notwendige Services für den erfolgreichen Einsatz von electronic Commerce, wie die Abwicklung des Zahlungsverkehrs kostengünstig zur Verfügung gestellt werden.
Die Stadt Wien lädt Großunternehmen ein, im Rahmen von Public-Private-Partnerships sich an der Errichtung dieser Infrastruktur zu beteiligen. Die Rolle der Stadt Wien in dieser Partnerschaft ist es, Impulse zu geben und Informationen zur Verfügung zu stellen.
Internationale Beispiele zeigen, daß Kooperationen mehrerer Teilnehmer in einer Branche die Synergien des Internets erfolgreich nutzen, indem sie einander mit ihren Kernkompetenzen ergänzen. Diese branchenspezifischen "Cluster" profitieren durch Senkung der Einkaufskosten, Senkung der Vertriebskosten und Optimierung der Abläufe und sichern ihren Teilnehmern die globale Wettbewerbsfähigkeit.
Im Rahmen des Auftrages haben Alcatel / Rüdiger Nürk Managementberatung die Branchen nach Online-Affinität und Wichtigkeit für den Standort Wien analysiert und in Cluster für folgende Branchen zusammengefaßt: Handel & Gewerbe, Verkehr & Logistik, Finanzen, Telekom & IT, Sport, Freizeit & Kultur, Bürgerservice, Gesundheit, Tourismus, Immobilien & Wohnen. Die Produkte, Informationen und Dienstleistungen, die im Rahmen dieses Projektes in den nächsten zwei Jahren im Internet angeboten werden, sind entlang dieser Themen ausgerichtet.
Derzeit existieren bereits vielversprechende E-Commerce Initiativen wie das Wiener Wirtschaftsweb, Telefit, edi business austria, AustriaPro, um nur ein paar zu nennen. Ziel des Projektes ist es, mit diesen Initiativen gemeinsam den Einsatz von E-Commerce in Wien zu forcieren und damit zu einer Modernisierung des Wirtschaftsstandortes beizutragen.
Das Internet ist das Medium der Vernetzung. Die Electronic Commerce Initiative kann nur erfolgreich sein, wenn das Miteinander gelingt, auf Wiener, aber auch österreichischer und EU-Ebene. Die Stadt Wien lädt daher sämtliche Unternehmen und Institutionen ein, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Unter der Tel. Nr. 524 01 41 kann mit Frau Dr. Andrea Riegl von Rüdiger Nürk Managementberatung Kontakt aufgenommen werden. (Ende)
| Aussender: | Alcatel Austria AG |
| Ansprechpartner: | PID-Rathauskorrespondenz / H. Stockbauer |
| Tel.: | 4000/81 858 |
| E-Mail: | sto@gfw.magwien.gv.at |
| Website: | www.alcatel.at/ |
