pte20000914033 in Leben
Ärztekammer: Erhöhter Bettenbedarf für Herzerkrankungen in Wien
Studie fordert Umstrukturierung in Spitälern
Wien (pte033/14.09.2000/13:28)
Noch immer sind Herzerkrankungen die häufigste Todesursache in Österreich. Die Tendenz werde sich in den kommenden Jahren aber noch weiter fortsetzen, sagte Walter Dorner, Präsident der Wiener Ärztekammer http://www.aekwien.or.at anlässlich der Präsentation der Studie "Herzerkrankungen und Bettenbedarf in Wien". Der erhöhte Bettenbedarf müsse durch eine Aufstockung der Spitalsbetten und damit zu einer Veränderung der Ressourcen in den Wiener Spitälern führen."Hochrechnungen über die künftige Altersstruktur der Bevölkerung bestätigen die Entwicklung, dass die Menschen immer älter werden", so Dorner. Da vor allem ältere Menschen an Herzerkrankungen leiden, erfordere die optimale Betreuung eine Erhöhung sowie eine effizientere Auslastung der Spitalsbetten und darüber hinaus einen Ausbau der Herzüberwachungsstationen, so Dorner.
"Wenn wir es schaffen, jeden Herzpatienten einen Tag früher aus dem Spital zu entlassen, dann brauchen wir keine zusätzlichen Betten in Wien", sagte Heinz Weber, Vizepräsident der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft. Die Spitäler benötigen dafür einen exakt festgelegten Ablauf bei der Behandlung von Herzpatienten, so der Mediziner. Weber sprach sich auch dafür aus, dass die kardiologischen Abteilungen durch unabhängige und qualifizierte Personen laufend evaluiert werden, um deren Möglichkeiten und Leistungen den Patienten transparenter zu machen. Diese Maßnahmen dienten in erster Linie zur Qualitätsverbesserung der kardiologischen Leistungen in Österreich.
"Es ist weiteres erforderlich, die mehr als 100 Herzüberwachungsstationen in Österreich zu Intensivstationen aufzuwerten, da sonst Sperren drohen, was zu einem Versorgungsengpass bei akuten Herzerkrankungen führen könnte", sagte Weber. "Der aktuelle Trend der demographischen Entwicklung in Industrieländern erfordert ein Umdenken in der Gesundheitspolitik sowie Strukturänderungen in einzelnen Krankenanstalten. Diese machen es notwendig rechtzeitig im Bereich sozialer, medizinischer und pflegerischer Betreuungseinrichtungen Vorsorge zu treffen", sagte Gerald Haidinger, Arzt an der Abteilung für Epidemiologie am Institut für Krebsforschung der Universität Wien.
Viel mehr müsse auch auf die Primärprävention bei Herzerkrankungen geachtet werden. Herzerkrankungen seien keine typischen Männererkrankungen mehr, wie die Allgemeinheit meine, räumte der Mediziner ein. Haidinger befürchtet auch eine Zunahme der Diabetes-Erkrankungen, die in weiterer Folge auf das Herz schlägt. "Im übrigen sollte die Gesundheits- und Wellnesswelle einen höheren Stellenwert bekommen", sagte Dorner. "Vom Einsatz primärpräventiver Maßnahmen darf man sich dennoch nicht zuviel erwarten, da diese Jahrzehnte benötige, um richtig zum Tragen zu kommen", so Weber. (Ende)
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