pte19970924009 in Business
Ärzte warnen vor Internet-Medikamenten
Arzneimittelkommission: Tests ergaben Qualitätsmängel
Köln (pte) (pte009/24.09.1997/18:36)
Vor dem Bezug von Medikamenten über das Internet hat die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft gewarnt. Dort würden auch Medikamente angepriesen, deren Wirkungen wissenschaftlich nicht fundiert seien und die teilweise lebensgefährliche Nebenwirkungen hätten, erklärte der Vorsitzende der Arzneimittelkommission, Bruno Müller-Oerlinghausen, am Mittwoch in Köln.Eine Laboruntersuchung des Medikaments Diphantoine (Wirkstoff Phenytoin), das die Arzneimittelkommission zu Testzwecken über ein Internetangebot bestellt hatte, habe erhebliche Qualitätsmängel bei der Wirkstofffreisetzung gehabt. Das untersuchte Muster des Medikaments, das in Belgien in Verkehr gebracht wurde, erfülle weder die in Deutschland noch in den USA üblichen Qualitätsanforderungen. Müller-Oerlinghausen warnte die Bevölkerung davor, in Deutschland verschreibungspflichtige Medikamente über das Internet zu beziehen.
Das genannte Präparat werde im Internet fälschlicherweise als Mittel gegen Depressionen und zur Steigerung der Konzentration angeboten. Infolge der verzögerten Wirkstofffreisetzung bestehe die Gefahr, daß Patienten schnell überdosieren, was lebensgefährlich sein könne. Tatsächlich handle es sich bei dem Medikament um ein hochwirksames Antiepileptikum und Mittel gegen Herzrhythmusstörungen. Die Einnahme müsse unbedingt von einem Arzt regelmäßig kontrolliert werden, betonte der Experte. (Ende)
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