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pte20190722005 Medien/Kommunikation, Umwelt/Energie

"Pokémon"-artiges Spiel lehrt Ökologie

Neuer Ansatz ist überraschenderweise tatsächlich sinnvoller als bloße Diashows


Spielkarten: Sie bringen Tiere und deren Umwelt näher (Foto: Megan Callahan)
Spielkarten: Sie bringen Tiere und deren Umwelt näher (Foto: Megan Callahan)

Vancouver (pte005/22.07.2019/06:15) - Ein Sammelkartenspiel ähnlich "Pokémon" kann Wissen über Ökologie und Biodiversität tatsächlich besser vermitteln als klassische Methoden wie Diashows. Das hat eine Studie von Forschern der University of British Columbia http://ubc.ca ergeben. Das Team hat dabei erstmals kontrolliert getestet, ob das eben mit dem Hintergedanken der Wissensvermittlung entwickelte Spiel "Phylo" http://phylogame.org seinen Zweck auch wirklich erfüllt.

Wissen bleibt hängen

Kinder kennen ihre Pokémon ganz genau und wissen mehr über sie als über echte Tiere. Deshalb hatte ein Team um den Bilogen David Ng "Phylo" als quelloffenes Projekt gestartet, in der Hoffnung, dass das an "Pokémon" angelehnte Spiel junge Menschen echtes Wissen aufschnappen lässt. Die aktuelle Studie hat sich damit befasst, wie gut das bei Studenten klappt. Dabei haben die Forscher untersucht, ob Phylo-Spieler mehr Informationen zu den im Spiel genutzten Spezies und Ökosystemen behalten als jemand, der eine lehrreiche Diashow spielt oder ein nicht auf Ökosysteme fokussierendes Spiel spielt.

"Teilnehmer, die Phylo gespielt haben, haben sich nicht nur an ikonische Spezies wie Blauwahl und Seeotter erinnert, sondern auch an Dinge wie Phytoplankton, Zooplankton und Mykorrhizapilzen", berichtet Doktorandin Meggie Callahan. Spieler hätten beispielsweise auch gesagt, dass sie eine bestimmte Karte dringend gebraucht haben, weil sie "die Basis für mein Ökosystem" war. Zwar hat auch die Diashow den Wissensstand von Probanden verbessert, doch Teilnehmer, die Phylo gespielt haben, konnten sich beispielsweise an mehr Spezies erinnern - die Sammelkarten hatten also einen echten Nutzen.

Viel an Lehrmaterial

Das soll Lehrern zeigen, dass es Sinn macht, auch auf ungewöhnliche Ansätze zu setzen, um die Öffentlichkeit auf Umweltproblematiken aufmerksam zu machen. Callahan betont, dass ein Vorteil eines Kartenspiels sei, dass es sich leicht für jede Umgebung vom Kalssenzimmer bis zum Feld-Workshop adaptieren lasse. "Unsere Studie zeigt, dass das eine echt nützliche Art sein kann, um über Spezies, ihre Ökosysteme und ihre Umwelt zu lernen", sagt sie.

Bei der Studie haben die Forscher ein Kartendeck genutzt, dass sich insbesondere mit den Ökosystemen British Columbias befasst. "Wir haben 20 bis 30 Decks und es werden jedes Jahr mehr", betont Ng. Nicht alle davon befassen sich mit Tieren und deren Ökosystemen; so gibt es mittlerweile unter anderem auch ein Deck, das spielend wichtige Frauen aus Wissenschaft und Technik vorstellt.

(Ende)
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