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pte20190910004 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Ängstliche Mütter machen Kinder hyperaktiv

Forscher bringen Angststörung mit Symptomen von ADHS im Alter von 16 Jahren in Verbindung


Schwangerschaft: Angst macht Kinder hyperaktiv (Foto: pixabay.com, Greyerbaby)
Schwangerschaft: Angst macht Kinder hyperaktiv (Foto: pixabay.com, Greyerbaby)

Bristol (pte004/10.09.2019/06:10) - Angststörungen bei Frauen in der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder könnten diese hyperaktiv machen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der University of Bristol http://bristol.ac.uk . Es wurde eine Verbindung zwischen Angst bei Müttern und Symptomen der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern festgestellt. Diese Symptome können bis ins Alter von 16 Jahren auftreten.

Vielfältige Ursachen vermutet

"Der Stress, unter dem eine Mutter leidet, kann eine Generation später Auswirkungen auf ihr Kind haben. Wir sind nicht sicher, wieso das passiert. Es könnte sein, dass Kinder die Angst der Mutter spüren und darauf reagieren, oder es könnte einen biologisch bedingten Grund haben. Beispielsweise könnten Stresshormone in der Plazenta auf das sich entwickelnde Gehirn wirken", meint Studienleiterin Blanca Bolea.

Die Studie ist Teil des Projektes "Avon Longitudinal Study of Parents and Children" der University of Bristol, das bereits im Jahr 1991 begonnen hat. Die Forscher untersuchten über einen längeren Zeitraum die Gesundheit von werdenden Müttern und ihren Kindern. Viele der Mütter zeigten von der Schwangerschaft bis zum fünften Lebensjahr des Kindes Anzeichen von Angststörungen wie Zittern, Schwindelanfälle und Schlaflosigkeit.

Nicht alles hat mit Angst zu tun

Das Team hat für die Studie die langfristige Entwicklung von 3.199 Kindern der untersuchten Mütter analysiert, die bereits im Alter von 16 Jahren waren. Sie führten Aufmerksamkeitstests mit ihnen durch und stellten fest, dass elf Prozent der Kinder, deren Eltern Angststörungen hatten, Symptome für Hyperaktivität aufwiesen, während weniger als halb so viele (fünf Prozent) der Kinder von Müttern ohne Angststörungen solche Symptome zeigten.

Bolea gibt aber zu bedenken, dass es keine Verbindung zu Aufmerksamkeitsstörungen gab. Demnach hätten möglicherweise nicht alle Symptome von ADHS mit Angststörungen zu tun. "Wir können nicht zu 100 Prozent sagen, dass Angststörungen bei der Schwangerschaft später zu Hyperaktivität führen, es könnte andere biologische oder genetische Gründe dafür geben. ADHS ist eine kontroverse Krankheit und es scheint dafür keine einzelne Ursache zu geben. Wir müssen hier noch weiterhin nachforschen", erklärt Bolea.

(Ende)
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