pte19971029006 in Business
* Neanderthaler in der Eifel gefunden *
Funde aus der vorletzten Eiszeit vor mindestens 120.000 Jahren
München (pte) (pte006/29.10.1997/09:13)
In der Kratermulde eines Eifelvulkans, der Wannenköpfe bei Ochtendung (Kreis Mayen-Koblenz), fand der Koblenzer Archäologe Axel von Berg das Schädeldach eines 30 bis 40 Jahre alten Mannes, zusammen mit drei Steinwerkzeugen. Die Funde befanden sich außerhalb eines Lagerplatzes und gehören in die vorletzte Eiszeit vor etwa 200.000 bis 120.000 Jahren. Abrundungen und mögliche Schnittspuren am Schädeldach sind noch nicht eindeutig erklärbar. Der Fund vermehrt die geringe Anzahl neandertalerzeitlicher Stücke in Deutschland um ein wichtiges weiteres Exemplar. (Quelle: Kosmos)* Herkunft von Elfenbein läßt sich klären *
Mit Multi-Elementanalysen kann man die Herkunft von Elefanten-Elfenbein eingrenzen. Zur Identifizierung von Populationen und Rassen eignen sich besonders die Elemente Natrium, Magnesium, Silicium, Phosphor und Calcium. Auch die Gehalte an Strontium, Phosphor und Schwefel weisen deutliche Unterschiede auf. Das zeigen Untersuchungen am Lehrstuhl für Biogeographie der Universität des Saarlandes. Selbst Mammutstoßzähne von zehn verschiedenen Standorten konnten die Wissenschaftler dort mit Hilfe des Rasterelektronenmikroskops sicher zuordnen. Seit auf der jüngsten Artenschutzkonferenz in Harare das Elfenbein-Handelsverbot teilweise gelockert wurde, ist es besonders wichtig, daß sich die Herkunft des "weißen Goldes" möglichst eindeutig bestimmen läßt. (Quelle: Kosmos)
* Überraschende Wal-Verwandtschaften *
Tokio - Wale sind am nächsten mit den Paarhufern verwandt, also mit Wiederkäuern, Kamelen, Schweinen und Flußpferden, vermuten viele Wissenschaftler. Mitsuru Shimamura und Mitarbeiter von der Universität von Tokio haben jetzt Sequenzen aus dem Erbgut von sieben verschiedenen Walarten mit dem von acht Paarhufern verglichen. Das überraschende Ergebnis ist, daß die Wale sich nicht etwa ganz früh von einem urtümlichen Vorfahren der Paarhufer entwickelt haben, sondern anscheinend mit den Wiederkäuern und den Flußpferden näher verwandt sind als mit Schweinen und Kamelen. Wenn sich diese Ergebnisse bestätigen, muß auch die Systematik der Paarhufer neu geschrieben werden: Die bisher für nächstverwandt gehaltenen Flußpferde und Schweine landen dann in zwei getrennten Gruppen. (Quelle: Kosmos)
* Goldminen im Ozean? *
Vor 20 Jahren wurden am Meeresboden Vulkane mit einer ungewöhnlichen Fauna entdeckt. Diese Unterwasser-Geysire enthalten aber nicht nur zoologische, sondern auch mineralische Schätze: Sie produzieren Gold, Silber und andere Metalle. Das fanden jetzt Experten des Geologischen Dienstes von Kanada heraus. Dabei wirken die Vulkane als Schmelzöfen: Sobald Meerwasser in das Gestein um den Vulkan eindringt, erhitzt es sich und löst Metalle aus dem Felsinneren. Kommt die mit Metall angereicherte Lösung in Kontakt mit dem kalten Ozeanwasser, bilden sich kleine Kristalle, die wie Schnee auf den Vulkanschlot rieseln und sich dort zu größeren Komplexen ansammeln. Im nördlichen Kanada fanden die Geologen einen nicht mehr aktiven Unterwasser-Vulkan, der Kupfer, Zink, Silber und Gold im Wert von schätzungsweise 20 Milliarden Dollar enthält. Bisher kennt man lediglich ein Prozent der Meeresboden-Ablagerungen, so daß es noch genügend "ozeanische Goldminen" zu entdecken gibt. (Ende)
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