pte19971205006 in Business
* Gentherapie gegen Herzinfarkt *
Verfahren erzeugt neue Blutgefäße im unterversorgten Herzmuskel
München (pte) (pte006/05.12.1997/12:51)
Das Pharmaunternehmen Schering entwickelt einen Therapieansatz, um mit menschlichen Genen die Folgen von Herzinfarkten zu begrenzen. Die Gene sollen helfen, nach Herzinfarkten geschädigtes Gewebe besser zu versorgen. Ziel ist es, den Verlust von Herzgewebe so gering wie möglich zu halten. Erste Tierversuche verliefen erfolgreich. Nach siebenjähriger Erforschung des menschlichen Erbgutes im internationalen "Human Genome Project" zeichnen sich erste Anwendungen ab."Wir untersuchen derzeit vier Gene auf ihre Verwendbarkeit", erläutert Professor Günther Stock von der Schering AG. Alle vier Kandidaten kodieren Wachstumsfaktoren, die Herzgefäße regenerieren. Ist das geeignete Gen gefunden, benötigen die Wissenschaftler einen Transporter, um es zum Infarktbereich zu befördern. "Dazu koppeln wir das genetische Material an ein Adenovirus", so Stock. Dies sei bereits mit allen vier Genen gelungen.
Die mit dem Gen modifizierten Adenoviren werden über einen Herzkatheter in die Blutbahn gegeben und gelangen in das Infarktareal. Dort sollen sie Gefäßzellen "infizieren" und das Genmaterial abladen. Die infizierten Zellen können nun anhand der neuen Information das gewünschte Wachstumshormon produzieren und leiten somit die Gefäßneubildung ein. Klinische Tests werden in einem Jahr möglich sein. Verlaufen diese positiv, soll das Verfahren zunächst der sofortigen Infarktbehandlung dienen. In einer zweiten Stufe wird auch ein Einsatz zur Infarktvermeidung geprüft.(Quelle: Günther Stock)
* Mikroben machen Krebsmedikament Taxol wirksamer *
Taxol, ein vielversprechendes Krebsmedikament aus der Eibe, hat einen Nachteil: In seiner Rohform ist es schlecht wasserlöslich. Deshalb gelangt es nicht in ausreichender Menge an seinen Wirkort. US-Forscher der Universitäten Berkeley und Iowa haben herausgefunden, daß sich die Herstellung von wasserlöslichem Taxol stark vereinfachen läßt. Normalerweise sind zahlreiche Arbeitsschritte notwendig, um den Wirkstoff zu modifizieren. Die Forscher konnten mit Hilfe eines Bakterienenzyms und eines Enzyms aus der Backhefe sehr präzise das komplexe Molekül umbauen und an genau definierte Orte wasserliebende Säuregruppen anhängen. Ihre Forschungsarbeit veröffentlichten die US-Forscher in der neuesten Ausgabe des Journals der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft. (inscight) (Ende)
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