Nahost-Krieg bremst deutsches Wachstum aus
ifo Institut und BVR erwarten bei längerer Auseinandersetzung höhere Inflation und kaum Erholung
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Krieg gegen den Iran: Dauer beeinflusst Erholung deutscher Wirtschaft (Bild: ChatGPT/Dall-E) |
München/Berlin (pte019/12.03.2026/10:30)
Die von den USA und Israel initiierten Militärschläge gegen den Iran und die Beeinträchtigung der Straße von Hormuz führen nicht nur zu einem Preisschock an den Tankstellen, sondern würgen auch die zarte Erholung der deutschen Wirtschaft ab, zeigt die jüngste ifo-Analyse.
Faktor Zeit entscheidend
Ein kurzfristiger Energiepreisanstieg, so die Experten, verlangsamt das Wirtschaftswachstum 2026 gegenüber Vorkriegs-Schätzungen um 0,2 Prozentpunkte. Die ifo-Ökonomen rechnen daher mit einem Wachstum von 0,8 Prozent in diesem und 1,2 Prozent im nächsten Jahr.
Die Inflationsrate steige auf knapp 2,5 Prozent, wenn die Öl- und Gaspreise innerhalb der nächsten Wochen wieder sinken. "Sollten die Preise für fossile Energie allerdings für einen längeren Zeitraum stark erhöht auf dem heutigen Niveau bleiben, könnte die Inflation in der Spitze bis auf knapp drei Prozent steigen", so ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.
Wollmershäuser sieht in dem Szenario Wachstumsdämpfer um weitere 0,2 Prozentpunkte auf nur noch 0,6 Prozent in 2026 und um 0,4 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent 2027. Seit Ende 2025 sei eine Erholung zu verzeichnen - mehr preisbereinigtes BIP und höhere Kapazitätsauslastung und verbesserte Auftragslage im Baugewerbe und in der Industrie, wie pressetext berichtete.
Steigendes Insolvenzrisiko
Die Folgen des Krieges gegen den Iran in Bezug auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft hängen vor allem von der Dauer der militärischen Auseinandersetzung ab, meint auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Das habe einen Einfluss auf die Insolvenzentwicklung in Deutschland, heißt in einer neuen Analyse.
"Im Basisszenario rechnen wir mit einem Ende des Krieges in wenigen Wochen und einem schnellen Rückgang der Energiepreise. In diesem Fall dürften die Unternehmensinsolvenzen 2026 um 3,7 Prozent auf 23.100 Fälle sinken und die Verbraucherinsolvenzen leicht um ein Prozent auf 76.500 Fälle zurückgehen", unterstreicht BVR-Chefvolkswirt Andreas Bley.
Im Basisszenario einer schnellen Rückkehr der Energiepreise zu ihrem Stand vor dem Krieg gegen den Iran dürfte das BIP laut BVR um ein Prozent zulegen, nachdem es 2025 nur um 0,2 Prozent wuchs. Neben dem Krieg gegen den Iran sei auch die US-Zollpolitik relevant. Bei einem längeren Krieg geht auch Bley von höherer Inflation und schwächerer Erholung aus.
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