pte20260223005 in Business

Anonymer Aktienhandel provoziert Kursstürze

Laut Analyse der University of Missouri schätzen bestimmte Händler die niedrigen Transaktionskosten


Kurssturz: wird durch Dark-Pool-Handel wahrscheinlicher (Foto: Sergei Tokmakov, pixabay.com)
Kurssturz: wird durch Dark-Pool-Handel wahrscheinlicher (Foto: Sergei Tokmakov, pixabay.com)

Columbia/Saint Louis (pte005/23.02.2026/06:15)

Der immer beliebter werdende anonyme Handel mit großen Wertpapierpaketen auf privaten, nicht-öffentlichen Plattformen, das sogenannte "Dark Pool Trading", erhöht das Risiko plötzlicher Kursstürze und beeinträchtigt die Transparenz der öffentlichen Aktienmärkte. Darauf macht Ken Shaw von der University of Missouri aufmerksam. Dark Pools ermöglichen es, Kauf- und Verkaufsaufträge elektronisch und ohne öffentliche Sichtbarkeit zu erteilen und abzugleichen, und die Transaktionen kosten weniger als an der Börse.

Kurse nicht direkt beeinflusst

Händler, die kein spezielles Hintergrundwissen haben und oft ausschließlich aus Liquiditätsgründen handeln, etwa um Aktien in Bargeld umzuwandeln, handeln häufig in Dark Pools. "Für Händler, denen es nicht um die Erlangung von Informationen oder eine garantierte Ausführung von Orders geht, können diese geringeren Kosten ein starker Anreiz sein, in Dark Pools zu handeln", so Shaw. Auch die, die den Börsenkurs nicht direkt beeinflussen wollen, tauchen in diesen Markt ein.

Da die Ausführung von Orders in Dark Pools nicht garantiert ist, handeln Händler mit speziellen Wirtschafts- und Börsenkenntnissen häufiger an öffentlichen Börsen, wo sie ihren Informationsvorsprung nutzen können, um höhere Gewinne zu erzielen. "Ein wichtiger Mechanismus an öffentlichen Märkten ist, dass 'informed traders' das Management hinterfragen und versuchen, Infos aufzudecken, was Firmen unter Druck setzt, gute und schlechte News zu veröffentlichen", so Shaw.

"Wenn der informierte Handel an der öffentlichen Börse teurer wird, schwächt sich diese disziplinierende Kraft ab, sodass das Management schlechte Nachrichten länger zurückhalten oder horten kann", erklärt der Forscher. Würden diese schlechten Nachrichten dann plötzlich doch bekannt, könne es dramatische Kurseinbußen geben, hat Shaw gemeinsam mit seinen Kollegen von der Saint Louis University nachgewiesen.

Es gibt ein Ausführungsrisiko

Handeln Investoren beispielsweise an der New Yorker Börse, erleichtern Market Maker - also Einzelpersonen oder Unternehmen - den Handel, indem sie Geld- und Briefkurse notieren und für Transaktionen bereitstehen. Dark Pools sind für diese informed trader weniger attraktiv, da der Handel vollständig elektronisch und anonym erfolgt, was die Ausführung von Transaktionen unsicher macht - eine Transaktion ist erst dann abgeschlossen, wenn die eingereichten Gebote und Aufträge übereinstimmen.

Für einen informed trader verlieren Infos schnell an Wert, sodass das Ausführungsrisiko kostspielig ist. Daher handeln diese Händler eher an organisierten Börsen, wo die Ausführung zuverlässiger ist. "Unser Argument ist, dass Händler weniger Anreiz haben, private Infos zu erwerben, wenn es schwieriger und teurer wird, davon zu profitieren. Infolgedessen wird weniger Aufwand betrieben, um unternehmensspezifische Infos aufzudecken", verdeutlicht Shaw.

(Ende)
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