pte20121009004 Forschung/Entwicklung, Umwelt/Energie

Autohersteller läuten Wasserstoff-Renaissance ein

Langsame Evolution der Batterien als Motor - Hersteller investieren


Brennstoffzelle: zweiter Frühling (Foto: Wikipedia, gemeinfrei)
Brennstoffzelle: zweiter Frühling (Foto: Wikipedia, gemeinfrei)

Graz (pte004/09.10.2012/06:15) Auf diesjährigen Autoshows bieten stellen viele Autohersteller wieder Konzepte mit Brennstoffzellen vor, wie die Technology Review berichtet. Obwohl es lange Zeit so aussah, als würden batteriebetriebene Elektroautos die Zukunft bestimmen, erhält die Brennstoffzelle jetzt durch technologische Fortschritte und die nach wie vor ungelösten Reichweitenprobleme von Akku-betriebenen Autos neuen Rückenwind. Eine Umfrage http://bit.ly/wAwhRV unter Managern aus der Autobranche hat ergeben, dass die Mehrheit davon überzeugt ist, dass Autokäufer im Jahr 2025 lieber zur Brennstoffzelle als zur Batterie greifen werden.

Erste Serienmodelle

"Wasserstoff erlebt als Ernergiequelle für künftige Autos derzeit eine gewisse Belebung. Große Hersteller haben angekündigt, bis spätestens 2015 erstmals Autos mit Brennstoffzellen am Markt anzubieten. Gleichzeitig gibt es Anzeichen, dass in Europa der Ausbau der Wasserstofftankstellen-Infrastruktur vorangetrieben wird. Zudem stehen elektrische Antriebskonzepte auf Batteriebasis derzeit vor Problemen, da Probleme mit Reichweite und Lebensdauer derzeit technisch noch nicht gelöst werden können. Die Perspektive für den Einsatz von Brennstoffzellen-Fahrzeugen ist aber ebenfalls langfristig zu sehen - derzeit gibt es beispielsweise in ganz Europa nur rund 80 Wasserstofftankstellen", erklärt Martin Beermann von Joanneum Research http://joanneum.at gegenüber pressetext.

Die Forschung an den Brennstoffzellen ist in den vergangenen Jahren stetig vorangetrieben worden, auch wenn die Technologie in der Öffentlichkeit von Batterie-Autos zeitweise in den Schatten gestellt worden ist. Der Autohersteller Hyundai will bereits im kommenden Winter einen SUV mit Brennstoffzelle auf den Markt bringen. Experten mahnen zwar, dass es ähnliche Ankündigungen schon einmal für das Jahr 2012 gegeben hat, die Masse an Konzepten und Prototypen, die derzeit präsentiert werden, lässt aber auf ernste Bemühungen in der Branche schließen.

"Was die Technik der Brennstoffzellen für den Automobilbereich angeht, sind viele Probleme - etwa was die Sicherheit und Haltbarkeit angeht - bereits gelöst. Die Kosten sind in den vergangenen Jahren deutlich gefallen und die Hersteller arbeiten weiter an günstigeren Herstellungsverfahren - beispielsweise durch die Verminderung der benötigten Platinmenge. Daimler hat beispielsweise angekündigt, dass die B-Klasse mit Brennstoffzelle bei Markteinführung etwa 20 Prozent mehr als ein vergleichbares Fahrzeug mit Diesel- oder Benzinantrieb kosten wird. Toyota geht derzeit von deutlich höheren Aufschlägen aus", so Beermann.

Fehlende Versorgung

Das Problem sind heute weniger die Brennstoffzellen als der Treibstoff. "Die Tankstellen-Infrastruktur ist das eine der großen Herausforderungen für einen Durchbruch der Brennstoffzellen-Fahrzeuge im Straßenverkehr. Der Aufbau eines ersten Versorgungsnetzes ist aufwendiger als bei Elektro-Ladestationen. Auch eine ökologisch sinnvolle Herstellung von Wasserstoff im großen Maßstab muss erst noch realisiert werden", so Beermann. Was die Versorgung mit Wasserstofftankstellen angeht, passiert derzeit einiges. Deutschland will sein Netz an öffentlich zugänglichen Stationen erhöhen, in Österreich eröffnet die OMV noch 2012 eine erste Tankstelle für die Allgemeinheit.

"Brennstoffzellen und auf Batterien basierende Antriebskonzepte sind keine direkten Konkurrenten. In beiden Fällen handelt es sich um Elektroantriebe, aber mit verschiedenen Stärken. Batterien eignen sich eher für kurze Fahrten, wie im urbanen Gebiet, Brennstoffzellen bieten höhere Reichweiten", erklärt Beermann. Wie auch bei den Batterie-basierten Antriebskonzepten wird es aber auch bei den Brennstoffzellen noch einige Jahre dauern, bis sie massenhaft im Straßenverkehr zu finden sein werden.

"Ein sinnvoller großflächiger Einsatz von Wasserstoff als Energiequelle im Straßenverkehr ist nicht vor 2030 zu erwarten. Das hängt aber von vielen Faktoren ab. Steigen die Kosten für Benzin und Diesel weiter, steigt auch die Attraktivität von Wasserstoff als Alternative. Es gibt aber Nischenanwendungen für Brennstoffzellen-Fahrzeuge, wie zum Beispiel in der Hallen-Logistik, die schon deutlich früher - in den kommenden Jahren - erfolgreich sein werden", so der Experte.

(Ende)
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