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Sa, 11.02.2012
pte20040726024 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie
Auch Vögel schauen vom Nachbarn ab
Kulturelle Evolution findet auch im Tierreich statt
Paris/Montreal (pte024/26.07.2004/12:34) - Dass nicht nur Menschen mit dem Blick auf den Nachbarn groß werden, hat ein internationales Forscherteam nun bewiesen: Tiere durchleben ihre kulturelle Evolution nicht nur durch das Abschauen des Eltern-Verhaltens, sondern auch durch das Nachahmen von Verhaltensmustern anderer Artgenossen, schreiben die Wissenschaftler in der jüngsten Ausgebe des Wissenschaftsmagazins Science http://www.sciencemag.org . Was Psychologen, Wirtschaftsforscher und Werbegurus schon lange vom Homo sapiens wissen, nämlich dass das Verhalten anderer die Entscheidungsfindung jedes Einzelnen stark beeinflusst, konnten die Forscher aus Frankreich, Kanada, den USA und Österreich nun auch bei Tieren beweisen. Aktionen und Verhaltensmuster werden kopiert, um selbst erfolgreich zu sein, die besten Nahrungsquellen zu erschließen, sich selbst mit dem fähigsten Partner zu paaren und schlussendlich einfach die richtige Entscheidung zu treffen. Die Forscher sehen in dem Verhalten vor allem auch den nutzen mit Energie sparsamer umzugehen: so beobachten Stare bei anderen Artgenossen, ob es sich lohnt zu den neuen Futterquellen hinzufliegen oder nicht. Damit wird Zeit und Energie gespart. Dass das Ausspionieren aber zum Teil sehr subtil vor sich geht und anfangs gar nicht offensichtlich scheint, gehört zur Taktik dazu. Das Ausspionieren kann auch dazu führen, dass Verhaltensmuster sogar gänzlich verändert werden. Die Forscher beobachteten bei tropischen Guppyfisch-Weibchen, dass das Männchen mit den am hellsten leuchtenden Punkten das begehrteste war. Das Verhalten änderte sich aber, als ein erfahrenes Weibchen ein eher unscheinbares Männchen zum Bräutigam auserkor. Andere Guppys haben diese Präferenz dann übernommen. Offensichtlich gehen die Nachahmer davon aus, dass auch die nicht so hell strahlenden Fische offensichtlich verborgene Qualitäten aufzuweisen hatten. "Die allgemein zugänglichen Informationen können durchaus zu einer kulturellen Evolution führen", so Studien-Autor Etienne Danchin von der Pariser Universität Pierre et Marie Curie (UPMC). Die Forscher konnten nachweisen, dass die Nutzung dieser allgemein zugänglichen Informationen im gesamten Tierreich weit verbreitet ist und offensichtlich dazu führt, dass verschiedene Arten fit bleiben. Bisher war es nicht bekannt, dass dies bei Tieren stattfindet. (Ende)
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