pte20000427012 in Forschung
Zukunft von BeOS unklar
Betriebssystem wird nach Herstellerangaben nicht eingestellt, aber Auslagerung der Entwicklung denkbar
Menlo Park (pte012/27.04.2000/10:42)
Das US-Software-Unternehmen Be http://www.be.com/ hat die Meldung des Computer Channel dementiert, wonach es sein populäres Betriebssystem BeOS nicht mehr fortführen will. Richtig sei lediglich, dass künftig der Schwerpunkt innerhalb des Unternehmens auf der Weiterentwicklung so genannter Internet-Appliances (IA) liege und BeOS zentraler Bestandteil der BeIA-Software sein werde.Das Desktop-Betriebssystem BeOS bleibe ein wichtiger Teil der Strategie von Be, so Geschäftsführer Jean-Louis Gassée. Selbstverständlich wolle man auch die Entwicklungen im Internet-Bereich forcieren. Aber das sei keine Frage von "entweder - oder", vielmehr gehe die Entwicklung hier Hand in Hand. "Wir werden unsere Pläne nicht ändern, auch wenn das einigen Konkurrenten lieber wäre", so Gassée weiter. Der Erfolg von BeOS 5 zeige, dass der eingeschlagene Weg richtig ist. Fast eine Million Menschen haben sich BeOS 5 bereits gratis aus dem Internet heruntergeladen. "Wir wären verrückt, wenn wir dem Erfolg selbst ein Ende setzten. Die Entwicklung von BeOS wird auf jeden Fall fortgesetzt."
Auch im Hinblick auf die Internet-Entwicklungen sei BeOS wichtig. Schließlich sei es die Basis für BeIA, ein auf BeOS basierendes System für sogenannte Internet Appliances. Webpads und der vielzitierte Kühlschrank mit Internet-Anschluss können damit realisiert werden. "Wie sollen wir hier zu vernünftigen Ergebnissen kommen, wenn wir die Entwicklungsplattform, nämlich BeOS, nicht weiterentwickeln?", fragte Gassée. Auf dem Gebiet der Internet Appliances arbeitet Be unter anderem mit Herstellern wie Compaq und Sun zusammen.
Die Finanzen von Be haben in den vergangenen Monaten stark gelitten. Der Börsenkurs des Unternehmens fiel von 40 Dollar im Dezember 1999 auf rund ein Fünftel. Im ersten Quartal 2000 machte Be bei einem Umsatz von 254.000 Dollar sechs Mio. Dollar Verlust. Vor diesem Hintergrund wies das Unternehmen Gerüchte, es sei von seinen Investoren unter Druck gesetzt worden, das zurzeit unprofitable Geschäft mit BeOS fallen zu lassen und sich ganz der Entwicklung von BeIA zuzuwenden, entschieden zurück.
Marketing-Chef Lamar Potts machte jedoch laut Computerchannel klar, dass sich Be selbst nicht mehr im bisher üblichen Maß um BeOS und seine Anwendungen kümmern werde. Er führte aus, das Unternehmen werde "einige Firmen damit beauftragen, verbesserte Versionen des Betriebssystems hervorzubringen, verschiedene Merkmale hinzuzufügen oder vorhandene Anwendungen zu bündeln und diese Pakete schließlich auf den Markt zu bringen." Dies geschehe, "um Be zu entlasten und seinen Beschäftigten zu erlauben, sich primär auf den Bereich Internet Appliances zu konzentrieren." Dies könnte eine Auslagerung von weiten Teilen der BeOS-Entwicklung an eine ungenannte Zahl von Lizenznehmern bedeuten. (chip/computerchannel) (Ende)
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