Wohnumfeld kann vorzeitig altern lassen
Körperzellen reagieren laut Untersuchung der New York University auf schlechte Bedingungen
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Block: Wohnumfeld beeinflusst die Zellalterung signifikant (Foto: pixabay.com)
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New York (pte001/09.04.2026/06:00)
Ein Wohnumfeld mit Grünflächen, sauberer Luft, attraktiven Arbeitsplätzen, gut ausgestatteten Schulen sowie bezahlbarem Wohnraum fördert das Wohlbefinden und sorgt für ein gesundes Altern. Hingegen Menschen, die in Gebieten leben, in denen all dies fehlt, haben ein höheres Risiko für chronische Erkrankungen und sterben früher. Ursache dafür ist eine vorzeitige Zellalterung, wie Forscher der New York University (NYU) herausgefunden haben.
Deutlich mehr Entzündungen
"Unsere Gesundheit wird nicht nur durch individuelles Verhalten geprägt, sondern auch durch die Umgebung, in der wir leben. Unsere Untersuchung legt nahe, dass strukturelle Bedingungen biologisch verankert werden und Alterungsprozesse beeinflussen", so Mariana Rodrigues, Doktorandin der NYU.
Wenn Zellen altern, hören sie auf, sich zu teilen, bleiben aber metabolisch aktiv und scheiden Substanzen aus, die Entzündungen begünstigen. Diese zellulären Veränderungen stehen im Zusammenhang mit Gebrechlichkeit und altersbedingten Krankheiten. Dazu gibt es drei Messgrößen, die als Indikatoren für biologisches Altern gelten.
44 ortsspezifische Messgrößen
Um den Zusammenhang zwischen Nachbarschaftsfaktoren und zellulärem Altern zu verstehen, haben die Forscher Daten von 1.215 erwachsenen US-Amerikanern analysiert - darunter Blutproben, mit denen sie Marker für zelluläres Altern erfassten. Diese kombinierten sie mit 44 ortsspezifischen Messgrößen für Bildung wie Testergebnissen und Abschlussquoten, Gesundheit und Umwelt wie Luft- und Wasserqualität, Fußgängerfreundlichkeit und Krankenversicherungsschutz sowie soziale und wirtschaftliche Ressourcen wie Beschäftigung, Wohneigentum und Einkommen.
Ergebnis: Menschen, die in benachteiligten Stadtvierteln lebten, litten eher unter einem vorzeitigem zellulären Alterungsprozess, selbst nach Berücksichtigung anderer sozioökonomischer, gesundheitlicher und lebensstilbezogener Faktoren. "Stressfaktoren im Zusammenhang mit Einkommen, Arbeit und Wohnsituation sind keine gelegentlichen, sondern anhaltende Zustände, die das tägliche Leben prägen", ergänzt NYU-Forscher Adolfo Cuevas.
Die gewonnenen Ergebnisse würden darauf hindeuten, dass chronischer Stress, verursacht durch wirtschaftliche Benachteiligung und eingeschränkte Mobilität, Haupttreiber der zellulären Alterung ist. Viele Umweltfaktoren, die die Gesundheit beeinflussen, seien struktureller Natur, "keine Dinge, die wir als Einzelpersonen beheben können, sondern vielmehr solche, die wir als Gesellschaft angehen sollten", so Rodrigues.
Und die Expertin schließt: "Die Verbesserung der Nachbarschaftsbedingungen, insbesondere der sozialen und wirtschaftlichen Ressourcen, mag wichtig sein, um gesundes Altern zu fördern und gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern. Aber wenn wir gesundheitliche Ungleichheiten wirklich angehen und die Gesundheit für alle verbessern wollen, ist es wichtig zu überlegen, was auf struktureller Ebene geändert werden muss."
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