pte20000807056 in Leben
Wissenschaftler entdecken neues Protein
Palladin spielt Schlüsselrolle bei Zellgestalt und Zellbewegung
Chapel Hill (pte056/07.08.2000/17:44)
Wissenschaftler der University of North Carolina http://www.unc.edu haben das Protein Palladin entdeckt, das eine Schlüsselrolle bei der Gestalt von Zellen spielt und ihnen ermöglicht sich zu bewegen. Derzeit wird das Palladin auf seinen Einfluss auf biologische Prozesse wie die Ausbreitung von Krebs, Wundheilung, Gehirnentwicklung und das Einpflanzen des Embrios in den Uterus untersucht. http://www.jcb.orgDie Wissenschaftlerin Carol A. Otey glaubt, dass das Palladin bei noch mehr biologischen Funktionen eine Rolle spielen könnte. Das Protein scheint für die Architektur von Zellen wichtig zu sein, hier vor allem über das Aktin Zytoskelett, einem Polymer-Protein-Komplex, der den Großteil der Grundlagen für die Zellgestalt liefert. "Zellen haben eine Gestalt, die in Verbindung mit ihrer Funktion steht. Ein gutes Beispiel dafür ist das Neuron, das sehr lang und schmal sein muss, um dem Nervensystem das Funktionieren zu ermöglichen."
Laut Otey gehört das Palladin zu einer kleinen Gruppe von Adhäsionsproteinen, die den molekularen Klebstoff für die Aufrechterhaltung der Zellgestalt und die Verbindung der Zellen untereinander über ihre Plasmamembrane liefern. Zum Beispiel verfügen die spindelförmigen Fibroblaste, die für das Bindegewebe, die Kollagenbildung und die Wundheilung wichtig sind, nahe den Verbindungsstellen zu den Plasmamembranen über hohe Palladinkonzentrationen.
Auf der anderen Seite fehlt das Palladin in manchen undifferenzierten Zellen - jenen Zellen, die ihre genetisch vorbestimmte Gestalt nicht erreicht haben. Aus diesem Grund fehlt das Palladin auch in den Vorläufern der Stammzellen. Dieser Umstand deutet darauf hin, dass das Palladin eine Rolle bei der Bildung des neuen Zytoskelett von Zellen spielt, die mit der Differenzierung beginnen.
Bemerkenswert ist beim Palladin, dass es in verschiedenen Formen und unterschiedlichen molekularen Gewichten vorkommt. "In vielen verschiedenen Zelltypen kann eine Form von Palladin für die Adhäsion und eine andere für Migration oder Bewegung notwendig sein." In metastatischen Krebszellen kommt eine schwerere Palladinform häufiger vor. Dabei handelt es sich um Tumorzellen, die sich über ihren Ursprungsort hinaus verbreitet haben. Die genaue Funktion des neuen Proteins in normalen und Krebszellen wird Gegenstand weiterer Forschungen sein müssen. Das Palladin erhielt seinen Namen nach Andrea Palladio, dem berühmten italienischen Architekten aus dem 16. Jahrhundert. (Ende)
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