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Wiener Spitals-Ärzte: Dauerstress und geringe Entlohnung

IFES-Studien zeichnen Bild der Realität in Krankenhäusern


Wien (pte044/29.05.2000/18:28)

Zwei am Montag veröffentlichte Studien des IFES zeichnen ein tristes Bild vom Wiener Krankenhaus-Alltag: 72 Prozent der Wiener Spitalsärzte fühlen sich unterbezahlt. In den Gemeinde-Spitälern klagen 87 Prozent über nicht leistungsgerechte Bezahlung. Besonderes Kopfzerbrechen bereitet den Medizinern aber die Plage mit organisatorischen Problemen wie Überstunden, Nachtdiensten und generell zu langen Arbeitszeiten.

Die Überstundenleistungen in den Wiener Spitälern sind enorm: ein Fünftel der Befragten machen 30 Überstunden im Monat, ein Zehntel 50 bis 99 Überstunden pro Monat. Das Problem ist, so die befragten Ärzte, dass es trotz der hohen Überstunden kaum Zeit für ausreichende Patientengespräche gebe. Die Ärzte selbst sehen den Grund dafür im Personalmangel sowohl im ärztlichen als auch im administrativen und Pflegebereich. Der vorherrschende Zeitdruck ist als Problem immanent. Fast die Hälfte der Befragten nennt dies als besonders belastendes Problem.

Die schlechte Bezahlung in den Krankenhäusern treffe jedoch nicht auf das Hanusch-Krankenhaus, das im Eigentum der Wiener Gebietskrankenkasse steht, und die AUVA Krankenhäuser zu. Dort empfinden 86 Prozent der befragten Ärzte ihre Entlohnung als leistungsgerecht. "Das ist ein deutlicher Beweis für die Ungleichbehandlung des medizinischen Personals in den Wiener Krankenhäusern", sagt Klaus Frohner, Spitalsärztesprecher. "Ich fordere schon lange für die Wiener Spitalsärzte ein dem Hanusch-Krankenhaus angepasstes Gehaltsschema. Der Krankenanstaltenverbund wehrt sich jedoch dagegen", so Frohner. "Die Zahlen zeigen ein ganz anderes Bild als das oft kolportierte Klischee vom Reichtum der Ärzte".

Gabriele Kogelbauer, Spitalsärztesprecherin der Wiener Ärztekammer http://www.aekwien.at empfindet es als Alarmzeichen, dass nur drei von zehn Spitalsärzten über ein ihrer Meinung nach ausreichendes Einkommen verfügen. "Die Gehaltsunterschiede betragen 25 Prozent, das heißt bei einem Oberarzt mit 25 Dienstjahren beträgt die Differenz 15.000 Schilling", so die Ärztin zu pressetext.austria. Kogelbauer ist aber überzeugt, dass es zu einer Einigung auf diesem Gebiet kommen werde. Das koste der Gemeinde nicht mehr, da durch die Strukturveränderung Kosten gespart werden können.

Trotz aller Kritik würden nach der IFES-Studie 80 Prozent der Mediziner wieder diesen Beruf ergreifen. Ärztekammerpräsident Dorner sieht darin einen Beweis für den ungebrochenen Idealismus der Ärzteschaft. "Trotzdem darf nicht übersehen werden, dass 17 Prozent auf den Arztberuf verzichtet hätten, wenn sie über die Arbeitsplatzsituation vorher informiert gewesen wären", so Dorner. (ww) (Ende)
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