pte20000405049 in Forschung
Wien braucht in drei Jahren 9.000 IT-Fachkräfte mehr
Ederer: 150 Mio. Schilling für Bildungsmaßnahmen
Wien (pte049/05.04.2000/15:16)
Bis zum Jahr 2003 gibt es allein in Wien einen zusätzlichen Bedarf von 9.000 Arbeitskräften im IT-Bereich. Mit derzeit rund 37.000 Beschäftigten (von 58.000 österreichweit) ist Wien das Zentrum der IT-Branche in Österreich. Zu diesem Ergebnis kam eine Wifo-Studie http://www.wifo.at , die von der Stadt Wien in Auftrag gegeben und heute, Mittwoch, präsentiert wurde.Die Analyse der Qualifikationsanforderungen ergab, dass die größte Lücke des Arbeitskräfteangebotes im höher- und hoch qualifizierten Bereich liegt (Berufsbildende höhere Schulen, Fachhochschulen, Universitäten). Insbesondere bei den Fachhochschulen besteht ein großer Nachholbedarf. Dies gilt für alle Sektoren der Telekommunikationsbranche und ist in den Bereichen Datendienste, Software und Multimedia am stärksten ausgeprägt. Dies sind gleichzeitig auch jene Felder, die für die Zukunft den höchsten Personalbedarf erwarten.
Angesichts der wenig überraschenden Ergebnisse fordert Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Brigitte Ederer rasche Maßnahmen im Bildungsbereich, vor allem bei den Universitäten. "Hier ist die Bundespolitik aufgefordert, rasch Maßnahmen zur Reorganisation der Studienangebote, bzw. -pläne zu setzen", so Ederer. Die Stadt Wien selbst stellt in den nächsten fünf Jahren 150 Mio. Schilling für die Förderung von Fachhochschulen zur Verfügung. Damit ist laut Ederer gewährleistet, dass dieser - gerade für die Ausbildung im Bereich der Telekommunikation - entscheidende Sektor weitere Impulse erhält.
Als zweiten Schwerpunkt nennt Ederer die Arbeitsmarktpolitik. Durch die telekommunikationsbezogenen Maßnahmen des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF) http://www.waff.at sollen Arbeitslose verstärkt höher qualifiziert werden. Wichtig sei dabei, dass die so erworbenen Qualifikationen nicht nur unmittelbar in der IT-Branche eingesetzt werden können, sondern auch in anderen Branchen, deren Erfolg zunehmend von der effizienten Nutzung der Telekommunikation abhängt. Die Maßnahmen beinhalten u.a. ein frauenspezifisches Ausbildungsprogramm zur Assistentin der Geschäftsleitung mit IT-Schwerpunkt (der Frauenanteil der Beschäftigten im IT-Bereich liegt mit 28% weit unter dem Durchschnitt) und die Ausbildung zum Netzwerktechniker.
Weiters werde den hier ansässigen IT-Unternehmen ein "Qualifizierungsdialog" angeboten, der einerseits kurzfristigen Personalbedarf befriedigen soll und andererseits sicherstellen soll, dass die Unternehmen ihre Verpflichtung zur Qualifikation von Mitarbeitern wahrnehmen. "Durch den Qualifizierungsdialog sollen gemeinsame Maßnahmen entwickelt werden. Denn nur Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam können dem akuten Bedarf Rechnung tragen", zeigte sich Ederer überzeugt. (Ende)
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