pte20000821047 in Leben
Waldflächenbeobachtung künftig über Satelliten
Österreichischer Holzvorrat auf eine Milliarde Festmeter angewachsen
Scheiblingkirchen (pte047/21.08.2000/17:53)
Die Beobachtung der österreichischen Waldflächen wird in Zukunft auch aus dem Weltall erfolgen. Durch die Auswertung von Satellitenbildern sollen dabei neben der terrestrischen Untersuchung des Baumbestands zusätzliche Informationen über die Ausdehnung der Forstflächen in Österreich gewonnen werden. Das kündigte am Montag Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer beim Besuch eines der 11.000 Beobachtungspunkte des österreichischen Waldinventur-Systems in Scheiblingkirchen (NÖ) an."Der Wald hat in Österreich große ökologische und ökonomische Bedeutung, da er nahezu die Hälfte des gesamten Bundesgebiets bedeckt. Ferner hat sich Österreich in zahlreichen internationalen Resolutionen der letzten Jahre verpflichtet, seinen Wald und dessen Entwicklung permanent zu beobachten", hob Molterer die Wichtigkeit der Waldinventur hervor.
Die Waldinventur, welche in den nächsten beiden Jahren von der Forstlichen Bundesversuchsanstalt http://www.fbva.bmlf.gv.at/inst7/waldinventur.html erneut in Österreich durchgeführt wird, ist ein europaweites Musterprojekt mit Vorbildcharakter für ähnliche Dauerbeobachtungssysteme in anderen Ländern. Dabei werden an 11.000 Beobachtungspunkten, die regelmäßig über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind, forstwissenschaftliche Daten wie Waldflächenveränderung, Holzzuwachs bzw. natürliches Verjüngungspotenzial und Biodiversität (Arten-, Struktur- und genetische Vielfalt) erhoben. Mit ausgeklügelten, statistischen Methoden wird von diesen jeweils 300 Quadratmeter großen Stichprobeflächen auf den Zustand und die Entwicklung des gesamten österreichischen Forstbestands geschlossen.
Die Erhebungen werden jeweils vor Ort mit mobilen Datenerfassungsgeräten vorgenommen, in denen auch sämtliche Daten von früheren Waldinventuren gespeichert sind. Auf diese Weise können die Daten sofort auf Plausibilität und Vollständigkeit überprüft werden. Anschließend werden sämtliche Erhebungsdaten in forstwissenschaftliche Datenbanksysteme überspielt, wodurch sofort nach Ende der Felderhebungen die endgültigen Ergebnisse verfügbar sind.
Da die terrestrische Vollerhebung der 11.000 Beobachtungsflächen ziemlich kostspielig ist, sollen künftig Satellitenbilder helfen, die Ausdehnung der permanenten Beobachtungsflächen zu erfassen. Um die Satellitenbeobachtung zu ermöglichen, ist eine Georeferenzierung aller Waldprobeflächen notwendig. Dabei werden mittels GPS die Referenzdaten der geografischen Lage der Probeflächen auf ein bis zwei Meter genau ermittelt.
Die Ergebnisse der Waldinventur dienen als Grundlage forstwirtschaftlicher Entscheidungen und werden in zahlreichen Forschungsprojekten verwendet. Beispiele dafür sind Holzaufkommensprognosen, Waldwachstumssimulationen, Holzzertifizierungen, Kohlenstoffbilanzmodelle sowie Vegetationsentwicklungen unter ändernden Klimabedingungen.
Die letzte Waldinventur, die von 1992 bis 1996 in Österreich durchgeführt wurde, ergab eine Zunahme der Waldfläche um 7,7 Quadratkilometer pro Jahr auf derzeit insgesamt fast 40.000 Quadratkilometer. Gleichzeitig ist eine Tendenz zu laubholzreicheren Mischbeständen und ein Rückgang der Nadelholzreinbestände festgestellt worden. In den letzten Jahren lag die jährliche Holznutzung (19.000 Festmeter) ständig weit unter dem jährlichen Zuwachs (27.000 Festmeter). Das führte zu einer Aufstockung des im Wald stehenden Holzvorrats auf derzeit nahezu eine Milliarde Festmeter. (Ende)
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