pte20000826018 in Leben
Waldbrände als Sicherung der Biodiversität
Manche Wälder brauchen das Feuer
Yellowstone (pte018/26.08.2000/18:30)
Dutzende Waldbrände toben zur Zeit im Westen der USA und bedrohen dort Orte und Menschen. Internationae Forscher sind aber davon überzeugt, dass diese Brände nicht nur schaden, sondern auch großen Nutzen für die Biodiversität der Wälder bringen.Der amerikanische Biologe Jon Catton von der Umweltschutzorganisation Greater Yellowstone Coalition http://www.greateryellowstone.org sagte in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung die Welt http://www.welt.de , dass die Brände nur kurzfristig Unannehmlichkeiten für die Menschen bringen, da es zu starker Rauchentwicklung und teilweise auch zur Bedrohung von Siedlungen komme. Langfristig würden diese Brände jedoch von großem Nutzen für den Wald selbst sein.
"Die Brände bringen wieder Komplexität in den Wald, der im Laufe von Jahrzehnten oft zu dicht und eintönig geworden ist", so Catton. Der Wald brenne außerdem nicht gleichmäßig ab, vielmehr entstehe ein Mosaik aus alten Beständen, Lichtungen und vom Feuer ausgedünnten Flächen mit vereinzelten Bäumen. Die Flammen vernichten auch Schädlinge und kontrollieren Baumkrankheiten, die Asche dünge darüber hinaus den Boden.
Die Samen einiger Nadelbaumarten keimen erst, nachdem Brände ihre schützende Harzschicht weggeschmolzen hat. Es gibt viele Experten, die sich dagegen aussprechen kleinere Waldbrände überhaupt zu löschen. Wenn es über längere Zeiträume keine Brände gegeben hat und sich zu viel Unterholz angesammelt hat, dann können sich größere Feuer bilden.
"Vor 12 Jahren standen fast 40 Prozent des 9.000 Quadratkilometer großen Yellowstone Nationalparks in Flammen. Seit damals hat die Zahl der Besucher in den Nationalpark zugenommen, wobei die Besucher unterschiedlich reagieren: manche trauern um den verbrannten Wald, andere erfreuen sich an den vielen Wildblumen und dem frischen Grün", so Catton. Schuld an den Bränden selbst sei jedoch nicht die Forstpolitik, sondern die lange Trockenheit. Statistisch gesehen gibt es im Yellowstone Park alle 250 bis 400 Jahre schwere Feuer, wie das von 1988. Die Natur habe sich jedoch darauf eingestellt. Problematischer sieht der Forscher aber die Situation der Menschen: "Das Problem ist, dass immer mehr Menschen ihre Häuser in Wälder bauen, die schon immer gebrannt haben und immer brennen werden."
Die meisten Waldbrände werden von Blitzen ausgelöst. Zunächst reduzieren sie zwar die Bodenfruchtbarkeit und töten Tiere und Pflanzen. Letztlich fördern sie doch die Biodiversität der Wälder. Das gelte aber nicht für tropische Regenwälder. Sie brennen normalerweise nicht und haben keine Überlebensstrategie entwickelt, die sie nach einer Feuersbrunst weiter leben lassen. Daher sind, egal ob von Menschen oder von Blitzschäden ausgelöste Brände, eine schwere Schädigung der tropischen Wälder.
Weitere Informationen http://www.greateryellowstone.org/wildland_fire.html , sowie das National Interagency Fire Center http://www.nifc.gov (Ende)
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