pte20000617011 in Leben
Wärme im Norden macht Eisschicht der Antarktis instabil
Wassermassen heben aufliegenden Eismassen der Antarktis
Gainsville/Florida (pte011/17.06.2000/14:30)
Die antarktische Eisschicht ist in Zeiten ungewöhnlicher Wärme auf der Nordhalbkugel während der letzten Eiszeit instabil gewesen. Ergebnisse von Forschern der Universität von Florida (UF) http://www.ufl.edu/ unterstützen die These, dass polare Eismassen riesige und schnelle Wechsel erleben, die das Klima auslösen kann. Die in Science http://www.science.de veröffentlichten Daten seien allerdings nicht direkt im Zusammenhang zur derzeitigen Diskussion um die globale Erwärmung http://www.maui.net/~jstark/nasa.html und das Abschmelzen der Polkappen zu sehen, sagt Projektleiterin Sharon Kanfoush. Trotzdem: "Die Tatsache, dass sich die Eisschicht in der Vergangenheit sehr dynamisch verhalten hat oder sehr schnelle Veränderungen durchgemacht hat, heißt, dass solche Veränderungen auch in der Zukunft möglich sind." http://www.napa.ufl.edu/2000news/southpol.htmBelege für ihre Behauptung finden die Wissenschaftler in Bohrkernen aus dem südlichen Atlantik. In den Kernen, die aus bis zu 4.600 Metern unter dem Meeresspiegel stammen, fanden die Forscher viel Quarz - aus der Antarktis - als auch Fragmente vulkanischen Ursprungs. Diese Fracht sollen Eisberge, die in der Antarktis losgebrochen seien, mit aufs Meer genommen und beim Schmelzen im Atlantik abgeladen haben.
Warum in der vergangene Eiszeit, von 60.000 vor Christus bis 20.000 vor Christus, Erwärmungen im Norden zu Eis-Instabilität im Süden führte, versucht David Hodell, Professor für Geowissenschaften an der UF, so zu erklären: Erstens könnte die Erwärmung die Gletscher zum Schmelzen gebracht haben. Das Mehr-Wasser könnte die auf dem Boden aufliegenden Eismassen der Antarktis angehoben und so instabil gemacht haben. Die höheren Temperaturen könnten aber auch die globalen Strömungen der Meere durcheinandergeworfen und mehr warmes Wasser in den tiefsten Süden gebracht haben.
Auch im Moment arbeitet das Eis. Vier riesige Eisberge brachen im Frühling vom Ross Ice Shelf ab. Diese sind aber nur die letzten von einigen Eisbergen, die die globale Erwärmung und deren Auswirkungen auf die Antarktis ins Gespräch brachten. Die Forschung des UF hat Hodell zufolge allerdings nichts mit dieser Diskussion zu tun. Das Klima in der vergangenen Eiszeit sei fundamental anders gewesen als das moderne Klima. Doch Änderungen der Wassertemperatur oder steigende Meeresspiegel, die das Eis früher zur Unruhe gebracht hätten, könnten dasselbe heute wieder tun, gibt der Geowissenschaftler zu bedenken. (wsa/Sciencedaily) (Ende)
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