pte20000423008 in Leben
Vorlieben von Proteinen entschlüsselt
Rasterkraftmikroskop verschafft neue genetische Erkenntnisse
Kassel (pte008/23.04.2000/11:00)
Auch Antikörper können Vorlieben haben und somit mehr ihrer Neigung als einer Vorbestimmung folgen. Das ist das Forschungsergebnis der Arbeitsgruppe Genetik an der Universität Gesamthochschule Kassel. http://www.uni-kassel.de/ Die Wissenschaftler haben im Körper einer Maus ein bestimmtes Protein (Antikörper) erzeugt und in über 2.000 Untersuchungen ermittelt, dass die Vorliebe des Antikörpers eindeutig an den Enden der Nukleinsäuren-Struktur und an einem neben der Mitte liegenden Platz liegt.Die Wissenschaftler haben bei ihren Untersuchungen ein Rasterkraftmikroskop (RKM) http://www.uni-karlsruhe.de/~presse/Pressespiegel/218.html eingesetzt, um das Zusammenwirken von Proteinen und Nukleinsäuren (RNA) bei der Nutzung genetischer Informationen weiter aufzuklären."Man muss sich das so vorstellen, als würden sich diese Proteine http://www.lifescience.de/multilinks/prot.html überall an einer Wand anlagern können, es aber am liebsten in der Nähe der Fenster und der Tür tun,", so GhK-Professor Nellen. Er geht davon aus, dass sich dieses Verhalten auch auf andere Proteine übertragen lässt.
Durch den Einsatz der Rasterkraftmikroskopie seien jetzt erstmals Wechselwirkungen festgestellt worden, die mit den üblichen zumeist biochemischen Methoden nicht zu erfassen seien, so die Forscher. Mit bisherigen Methoden waren nukleinsäurebindende Proteine nachweisbar, die entweder generell und überall mit RNA-Strukturen Verbindungen eingingen oder ausschließlich eine ganz bestimmte Sequenz auf der RNA erkannten und mit dieser reagierten. Das Kasseler Maus-Protein hingegen weise beide Eigenschaften auf: Es könne sowohl an jeder beliebigen Stelle anlagern, besitzte aber auch spezifische "Lieblingsplätze".
Proteine dienen vielfach als Schalter, um die Abrufung von Erbinformationen zu steuern, die Lebensdauer von Informationsmolekülen zu bestimmen und sie in bestimmte Teile einer Zelle zu lenken. Die Wissenschaftler hoffen, dass mit ihren Erkenntnissen ein weiterer Schritt in der Erforschung von Autoimmunkrankheiten möglich ist. Die Kombination molekularbiologischer, biochemischer und physikalischer Methoden verspreche einen neuen Blickwinkel bei der Untersuchung von Lebensprozessen auf der Nanometerskala. (LifeScience) (Ende)
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