pte20260402003 in Forschung

VitalID: Schädelbrummen ersetzt das Passwort

US-Forscherteam findet biometrischen Zugang für Headsets mittels neuer Erkennungssoftware


Datenbrille prüft, ob sie auf dem richtigen Kopf sitzt (Foto: pixabay.com, Jan Vašek)
Datenbrille prüft, ob sie auf dem richtigen Kopf sitzt (Foto: pixabay.com, Jan Vašek)

New Brunswick (pte003/02.04.2026/06:10)

US-Forscher haben die Palette der biometrischen Zugänge zu Computern, Smartphones und anderen Geräten um eine neue Kategorie erweitert: die Vibrationen des Schädels. Diese seien ähnlich unverwechselbar wie Fingerabdrücke, so Yingying Chen von der Rutgers University. Passwörter, persönliche Identifikationsnummern und Augenscans würden dadurch überflüssig.

Die Erkennungssoftware namens VitalID basiert auf der Entdeckung von kaum wahrnehmbaren Schwingungen, die durch Atmung und Herzschlag im Schädel erzeugt werden und auf Grund der Knochenstruktur und des Gesichtsgewebes für jeden Menschen einzigartig sind. Die dazugehörige Studie ist vor Kurzem in "Proceedings of the 2025 ACM SIGSAC Conference on Computer and Communications Security" erschienen.

Tor zu Internetdiensten

"Extended Reality wird in unserer Zukunft eine wichtige Rolle spielen", sagt Chen. "Wenn immersive Systeme in den Alltag integriert werden sollen, muss die Authentifizierung sicher, kontinuierlich und mühelos sein." Extended Reality (XR) umfasst Virtual-Reality-, Augmented-Reality- und Mixed-Reality-Technologien, die digitale Inhalte mit der physischen Welt verbinden. Da XR-Systeme über den Gaming-Bereich hinaus in die Bereiche Finanzen, Medizin, Bildung und Remote-Arbeit vordringen, wird das Thema Sicherheit immer dringlicher. "XR entwickelt sich zu einem Zugangstor zu alltäglichen Internetdiensten, von denen viele sensible personenbezogene Daten beinhalten", sagt Chen.

Headsets speichern mittlerweile persönliche Konten, vertrauliche Dokumente und Zugänge zu Webdiensten. Doch das Eingeben von Passwörtern in einer gestenbasierten Umgebung ist umständlich. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung unterbricht das Eintauchen in die virtuelle Welt und Hardware für den Iris-Scan verursacht zusätzliche Kosten, so Chen. Bei einer kommerziellen Einführung könnte die Technologie es Nutzern ermöglichen, innerhalb immersiver Umgebungen auf Finanzplattformen, Krankenakten oder Unternehmenssysteme zuzugreifen, ohne sich extra anmelden zu müssen.

Störende Vibrationen ausgeblendet

Die Wissenschaftler entwickelten ein Filtersystem, das Störungen durch zufällige Kopf- und Körperbewegungen ausblendet, sodass sich das Headset ausschließlich auf die winzigen Schwingungen im Schädel konzentrieren kann, die durch Atmung und Herzschlag verursacht werden. Da diese intern durch Knochen und Gewebe übertragen werden, seien sie kaum zu fälschen, so Chen. Jemand könne zwar den Atemrhythmus einer anderen Person imitieren, aber die biomechanischen Eigenschaften des Schädels einer anderen Person nicht ohne Weiteres nachahmen. Selbst wenn ein angemeldetes Headset entwendet wird, hilft es dem Dieb nicht, an die Daten zu kommen, da es ständig anhand der Schwingungen prüft, ob es auf dem richtigen Kopf sitzt.

(Ende)
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