Video-Partnertraining für Menschen mit Behinderung
Kurs klärt über angemessene Beziehungsformen auf und bietet Übungen für adäquates Verhalten
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Menschen mit Beeinträchtigung: Haben Recht auf romantische Beziehungen (Foto: Liridon Shala/Pixabay) |
Boca Raton (pte030/31.03.2026/13:30)
Mit speziellen Videos wollen Forscher des College of Education der Florida Atlantic University (FAU) die Fähigkeiten von Menschen mit geistigen und entwicklungsbedingten Behinderungen für romantische Beziehungen verbessern und sie sexuell aufklären. Diese sehnen sich wie alle Menschen nach Liebe, Romantik und sexueller Selbstentfaltung.
Doch gesellschaftliche, familiäre und institutionelle Barrieren beschränken ihre Dating-Möglichkeiten oft erheblich. Aufklärung über Beziehungen und Sexualität für diese Gruppe sei nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch der Würde, der Gleichberechtigung und des Grundrechts auf Liebe, meinen die Wissenschaftler.
Angemessene Reaktionen trainiert
Zunächst sollen die Videos diese Gruppe über unangemessenes eigenes Verhalten und das von eventuellen Partnern in verschiedenen Kontexten aufklären. Dies bezieht sich auf persönlich oder online geäußerte verbale und körperliche Interaktionen.
Dazu entwickelten die Forscher ein Trainingsprogramm mit 80 Videos, die sowohl angemessene als auch unangemessene Szenarien darstellen. Jeder Teilnehmer sah sich ausgewählte Videos an und übte, auf jede Situation angemessen zu reagieren. Die Forscher untersuchten im Anschluss daran, wie effektiv die Videos den Behinderten halfen, sichere und fundierte Entscheidungen im Umgang mit potenziellen Partnern zu treffen.
Signifikant verbessert
Die Ergebnisse der dazugehörigen Studie, die in der Fachzeitschrift "Sexuality and Disability" veröffentlicht wurden, zeigten, dass die Videointerventionen die Entscheidungsfähigkeiten der Teilnehmer in allen vier Beziehungsbereichen signifikant verbesserten. Vor der Intervention absolvierten die Teilnehmer durchschnittlich nur 20 Prozent der Schritte korrekt. Nach dem Training waren es 76 Prozent. Dieser Prozentsatz ging in der Folge ohne Auffrischungstraining nur leicht zurück.
"Romantische und sexuelle Aufklärung ist kein Luxus, sie ist ein grundlegender Aspekt der Würde und Unabhängigkeit für Erwachsene mit geistigen und entwicklungsbedingten Behinderungen", so FAU-Forscherin und Sonderpädagogin Brianna Miller abschließend. "Unsere Studie zeigt, dass diese Menschen mit den richtigen Hilfsmitteln lernen können, komplexe Beziehungssituationen sicher und selbstbewusst zu meistern."
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