pte20000724009 in Forschung
Verminderte Vortices erhöhen Flugsicherheit
Forscher wollen Flugzeug-Wirbeln die Luft nehmen
St.Louis/USA (pte009/24.07.2000/11:30)
Wenn zwei Flugzeuge sich zu nahe kommen, können Luftströmungen vom vorderen das hintere aus der Bahn werfen. Kilometerweit folgende Wirbel lassen die Luftströmung um die Flugzeugflügel abreißen und so das hintere Flugzeug in die Tiefe stürzen. Um das zu verhindern, wollen Jeffrey Crouch und Phillipe Spalart von Boeing http://www.boeing.com/ Teile der Flügel bewegen und so Strömungen erzeugen, die die Wirbel zerstören, berichtet das britische Fachmagazin NewScientist. http://www.newscientist.com/news/news_224822.htmlWeniger Wirbel, auch Vortices genannt, würden die Flugsicherheit erhöhen und die Start- und Landefrequenz auf den Flughäfen erhöhen, denn der bisher nötige Mindestabstand von elf Kilometern zwischen zwei Flugzeugen könnte kleiner werden. "Viele Luftunfälle werden Wirbelturbulenzen zugeschrieben", sagen die beiden Erfinder, die für ihre Entdeckung schon ein Patent (US 6082679) bekommen haben.
Die Forscher machten sich zunutze, dass an einem Flugzeugflügel zwei Vortices entstehen, der stärkste an der Flügelspitze und ein zweiter nahe am Rumpf. Rund um die sich drehenden Strömungen können die Windgeschwindigkeiten 350 Kilometer pro Stunde erreichen und dem Flugzeug kilometerweit folgen. Durch Bewegen der äußeren Klappen und der Spoiler bewirken sie, dass sich diese beiden Strömungen auslöschen. Ein Sensor an Bord eines Flugzeugs misst die Stärke der Vortices und ein Computer berechnet daraus die nötige Bewegung am nachfolgenden.
Boeing ist nicht die einzige Firma, die den Vortices den Kampf angesagt hat. Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA und die britische Evaluation and Research Agency forschen derzeit an Lasersystemen, die auf den Flughäfen Wirbel messen sollen und so den Start- und Landeabstand bestimmen. Airbus, Boeings größter Konkurrent, versucht nach Angaben eines Sprechers den Super-Jumbo A3XX so zu bauen, dass nur "Kurzzeitwirbel" auftreten. Und deutsche Forscher versuchen die Strömung mit Schallwellen zu beeinflussen. Informationen: Claire Bowles, E-Mail: claire.bowles@rbi.co.uk (wsa/NewScientist) (Ende)
| Aussender: | pressetext.austria |
| Ansprechpartner: | rh |
| Tel.: | 01/8104530-0 |
| E-Mail: | redaktion@pressetext.at |
| Website: | pressetext.at |
