pte20000628002 in Leben
US-Forscher entdecken neuen Wirkstoff gegen Tuberkulose
WHO befürchtet bis 2020 35 Mio. Tuberkulose-Tote
London (pte002/28.06.2000/08:45)
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO http://www.who.int ist rund ein Drittel der Weltbevölkerung mit Tuberkulose infiziert. Mehr als zwei Mio. Menschen sterben jährlich daran. Die Tuberkulosebakterien sind zunehmend resistent gegen gängige Arzneimittel. Das britische Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com stellt in seiner neuesten Ausgabe erstmals seit Jahren wieder ein neues TBC-Medikament vor.Das neue Präperat mit dem Namen PA-824 (das Molekül Nitroimidazopyran) schaffte es im Mäuseversuch sowohl ruhende als auch sich vermehrende Tuberkulose-Bakterien zu töten. Bisher gab es das Problem, dass die gängigen Wirkstoffe nur auf eine Zustandsform des Bakteriums wirkte. Das war auch der Grund warum die Infizierten mindestens sechs Monate verschiedene Präperate einnehmen mussten. Der neue Wirkstoff, der von amerikanischen Forschern entwickelt wurde, soll nach Aussagen der Wissenschaftler auch gegen vielfach resistente Tuberkulosebakterien wirken.
Das neue Medikament PA-824 funktioniert nach einem völlig neuartigen System in dem es bestimmte Schritte in der Herstellung von Eiweißen und Fetten der Bakterien inhibiert, die bisher von Medikamenten unbeeinflusst waren. Wenn das Medikament auch beim Menschen wirkt, gebe es völlig neue Bekämpfungsstrategien gegen die gefährliche Krankheit. Nach Angaben der WHO wird befürchtet, dass bis zum Jahr 2020 rund eine Milliarde Menschen mit Tuberkulose infiziert ist und rund 35 Mio. daran sterben werden.
Nicht jeder der mit den Tuberkulose-Bakterien infiziert ist, entwickelt Symptome. Besonders gefährdet sind jedoch Menschen mit geschwächter Abwehr, insbesondere Aids-Kranke. Bei 40 Prozent der Aids-Toten ist Tuberkulose die Todesursache. Die Entwicklung des neuen Präperates steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Frühestens in fünf Jahren wird der Wirkstoff als Arzneimittel erhältlich sein. (nature)
Weitere Informationen: http://www.nature.com/nlink/v405/n6789/abs/405962a0_fs.html (Ende)
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