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pte20000421024 in Leben

Uni Wien erforscht Nazi-Nachlass

Herkunft von Präparaten und Leichen untersucht


Wien (pte024/21.04.2000/14:30)

Die Ergebnisse einer Untersuchung der Universität Wien http://www.univie.ac.at zur umfangreichen Nazi-Altlast in der medizinischen Fakultät werden heute, Freitag, in der Zeitschrift "Lancet" http://www.thelancet.com der englischsprachigen Welt präsentiert. Das Forschungsteam hat sich vor allem mit der Frage der Herkunft von Hunderten von Leichen und Präparaten, die der ehemalige Uni-Rektor Eduard Pernkopf für seine weltweit berühmten anatomischen Aufzeichnungen (Bild) benutzte, beschäftigt. Nach dreijähriger Forschung wurden folgende Schlüsse gezogen:

Während und nach der Nazi-Zeit seien die Leichen von mindestens 1.377 Opfer Nazi-Hinrichtungen der medizinischen Fakultät für Forschung und Lehre geliefert worden. Es handelte sich hauptsächlich um politische Gefangene, die im Landesgericht Wien mit Fallbeil getötet worden sind. Einige wurden in Kagran durch Genickschuss hingerichtet. Acht der Opfer waren jüdischer Herkunft. Man müsse davon ausgehen, dass Pernkopf die Leichen einiger dieser 1.377 Opfer für seine Aufzeichnungen benutzt habe. Andere Aufzeichnungen stammten aber von der Vorkriegszeit.

Das Forschungsteam hätte keine konkreten Hinweise, dass die Leichen von umgebrachten KZ-Gefangenen, insbesondere denen von Mauthausen, für medizinische Forschung nach Wien gebracht worden seien. Es geht davon aus, dass es unwahrscheinlich sei, dass dies der Fall gewesen sei.

Über Hundert Präparaten in verschiedenen Institutionen konnten Opfer von Nazi-Hinrichtungen zugeordnet werden. Diese seien mittlerweile entfernt worden und würden bald in einem Sondergrab der Stadt Wien begraben werden. Die Herkunft weiterer 97 Präparate habe das Team nicht feststellen können. Man könne nicht ausschließen, dass diese auch von Nazi-Opfern stammten.

Eine Konfrontation mit der Nazi-Vergangenheit blieb bei der medizinischen Fakultät der Uni Wien über Jahrzehnte aus. Erst nach erheblichem Druck von Wissenschaftlern aus dem Ausland und von Yad Vashem http://www.yad-vashem.org.il wurde das Forschungsprojekt im April 1997 ins Leben gerufen. Die Ergebnisse beschränken sich zum größten Teil auf die Uni-Wien. Diese Arbeit sei auf Grund fehlender Dokumentation äußerst schwierig gewesen, heißt es im Forschungsbericht. Damit scheint die Sache für das Forschungsteam erledigt zu sein, die medizinischen Fakultäten der Unis Graz und Innsbruck müssten ihre eigene Forschung zur Nazi-Vergangenheit initiieren. (lancet) (Ende)
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