pte20000426043 in Leben
Unglückliche Wiener von sich selbst gefangen
Diskussionsrunde zum Stadtleben in London und Wien
Wien (pte043/26.04.2000/17:53)
Die Wiener sind unglücklich und mit ihrem Image unzufrieden, so der Falter-Herausgeber Armin Thurnher http://www.falter.at bei einer Diskussionsrunde zum Thema "Culture, Entertainment & Cosmopolitanism in the 21st Century European City". Teilnehmer aus London und Wien diskutierten per Videoschaltung live miteinander unter anderem über das Image und den Innovationsstand der beiden Metropolen.Als er den Herausgeber vom Londoner Stadtmagazin "Time-Out" http://www.timeout.com Toni Elliot live aus London zugehört habe, sei es Thurnher aufgefallen, wie sehr die Londoner ihre Stadt genießten und wie stolz sie darauf seien. Die Wiener dagegen seien zwar stolz auf Wien, hätten aber Probleme, dieses Gefühl auszudrücken und auszuleben. Die Wiener genießten den hohen Lebensstandard, die rege Kneipen- und Restaurantszene und die konservative Kultur. Sie seien aber trotzdem unglücklich und trauten sich nicht, Veränderungen vorzunehmen. Es gäbe öfters eine Zeitverschiebung, bis Trends in Wien angenommen würden. Zuerst würden sie ängstlich angeschaut.
Vize-Bürgermeister und Planungsstadtrat Bernhard Görg schließ sich der Meinung von Thurnher an. Viele Wiener seien stolz auf die traditionelle Kultur der Oper und des Burgtheaters, auch wenn sie nie hingehen. Die Bevölkerung beschwere sich zwar über das hohe Maß an Kontrolle in Wien, genieße aber die daraus resultierenden Vorteile wie etwa die Tatsache, dass die Kriminalität so niedrig sei. Man müsse sich fragen, inwieweit diese Kontrollen Innovationen und Kreativität verhinderten, so Görg. Für den Londoner Architektur-Kritiker Deyan Sudjic ist die Tatsache, dass man um Mitternacht ohne Angst in Wien spazieren gehen kann, wie ein "naiver Traum" für die Londoner.
Die Veranstaltung wurde in englischer Sprache von der ORF-Redakteurin Renate Schmidtkunz http://www.orf.at moderiert und von ptv http://www.ptv.at live übertragen. (Ende)
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