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pte20000505012 in Forschung

Ungiftiger Ersatz für cadmiumhaltige Farbstoffe entwickelt

Gelb-, Orange- und Rotpigmente mit Perowskiten herstellbar


Stuttgart/Frankfurt (pte012/05.05.2000/11:00)

Ein wichtiger Durchbruch in der Farbstoffchemie ist in einer Zusammenarbeit von Forschern des Max-Planck-Instituts und der DMC2 (ehemals Degussa) gelungen: Sie haben erstmals eine echte Alternative zu den umstrittenen Cadmiumsulfoseleniden entwickelt. Mit Perowskiten, einer bestimmten Stoffklasse, lassen sich robuste und ungiftige Gelb-, Orange- und Rotpigmente herstellen. http://www-public.rz.uni-duesseldorf.de/~rothw/perowskit/#Perowskite

"Allen Anorganikern ist bewusst, dass man für Gelb und Rot auf Cadmium angewiesen ist. Das war ein brennendes Problem", so Martin Jansen vom Max-Planck-Institut Stuttgart. http://www.mpg.de/deutsch/institut/ Dieses Problem hat Chemiker jahrzehntelang beschäftigt, weshalb die Ergebnisse nun als großer Durchbruch gelten. Die Forschungsergebnisse von Martin Jansen und H.P. Letschert sind in der angesehenen Zeitschrift Nature nachzulesen.

Farbstoffe, die das Schwermetall Cadmium http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-daten/daten/cadmium.htm enthalten, sind sehr umstritten. Zwar lösen sich diese Farbstoffe bei der Anwendung meist harmlos, jedoch kann das toxische Schwermetall in Müllverbrennungsanlagen oder auch -deponien entweichen. Cadmiumpigmente sind dennoch beliebt - wegen entscheidender Vorteile: Sie sind sehr robust, überstehen hohe Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung. Kein anderer Farbstoff konnte bisher diese Vorteile bieten. Bei Materialien wie Glas, die bei der Verarbeitung hohen Temperaturen ausgesetzt sind, galten cadmiumhaltige Farbstoffe immer als unersetzlich.

Die neuen Farbstoffe, Oxidnitride der toxikologisch unbedenklichen Metalle Calcium, Lanthan und Tantal, sind ebenfalls sehr robust. Sie sind sogar thermisch noch beständiger als Cadmiumfarbstoffe. Von Rot bis Gelbgrün lassen sich sämtliche Farbschattierungen herstellen: ideal, um Cadmiumpigmente in Zukunft ersetzen zu können. Die Zusammenarbeit mit der Industrie hat sich für die Max-Planck-Gesellschaft gelohnt, zumal es jetzt darum geht, die neuen Farbstoffe an den Mann zu bringen. " Es ist ja immer schwer, das selbst zu vermarkten. Allein eine Patentanmeldung kostet sehr viel Geld", so Jansen. Einen Nachteil haben die neuen Farbstoffe allerdings: Sie sind wesentlich teurer. Trotzdem sollen sie noch in diesem Jahr den Markt erobern, denn viele Verbraucher - so die Hoffnung der Entwickler - sind auch bereit, für "saubere" Ware mehr zu zahlen. (wsa) (Ende)
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