pte20000621002 in Leben
Ungebremste Ausbreitung von Ödland
Mehr als 110 Länder sind von Wüsten und verödeten Böden betroffen
Bonn (pte002/21.06.2000/08:30)
Internationale Umweltverbände schlagen Alarm: mehr als 110 Länder sind von Wüstenbildung und verödeten Böden betroffen. Die Ausbreitung von Ödland schreitet weltweit ungebremst voran, immer mehr Menschen verlieren dadurch die Existenzgrundlage. Zu wenig Ackerland und Wassermangel sorgen für Armut und Entwurzelung. Diese erschreckenden Zahlen veröffentlichte die UN-Konvention gegen Wüstenbildung UNCCD http://www.unccd.org anlässlich eines Welttreffens.Abholzungen haben ökologisch verheerende Auswirkungen. Experten und Umweltverbände schlagen Alarm und warnen vor Untätigkeit. "Vor allem in Afrika führen die Folgen der fortschreitenden Verknappung der natürlichen Ressourcen zu Flüchtlingsbewegungen, politischer Destabilisierung und militärische Interventionen. So ist die Verödung der Industrieländer künftig nicht mehr regional begrenzt", sagte ein Sprecher der UNCCD.
"Dürre und Wüstenbildung bedrohen ernsthaft die Lebensgrundlagen von mehr als 1,2 Mio. Menschen weltweit", sagte Hama Arba Diallo, Exekutivsekretär der UNCCD. Jährlich werden von der Organisation mit Sitz in Bonn Zahlen und Länderberichte gesammelt. Heuer gewann ein Journalist aus Malawi den internationalen Medien Preis, der von der UNCCD und dem internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung verliehen wird. Anlass zur Entwarnung kann die Organisation auch heuer nicht geben: Jährlich gehen durch Wüstenbildung rund zehn Millionen Hektar Land verloren.
Die Prognosen des UNO-Umweltprogramms UNEP sprechen eine noch schlimmere Sprache: durch das Vordringen der Wüsten ist derzeit mehr als eine Milliarde Menschen gefährdet und bereits ein Drittel der gesamten Landfläche der Erde betroffen. Eine halbe Milliarde Menschen leben in Gebieten, in denen Wasser knapp ist. In ein bis zwei Generationen wird über ein Viertel der Menschheit in Gebieten mit chronischem oder wiederkehrendem Wassermangel leben, glaubt ein Experte der UNEP.
Im Kampf gegen die Probleme gebe es jedoch seit Jahren keine nennenswerten Fortschritte: Die vorige UN-Vertragsstaatenkonferenz im brasilianischen Recife endete 1999 mit Streitereien über Finanzen. Die betroffenen Staaten hoffen auf konkrete Ergebnisse während der kommenden Konferenz, die im Dezember 2000 in Bonn stattfindet. (Ende)
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