pte20000605035 in Leben
Umwelttag 2000: Bessere Aufklärung gefordert
"Nachhaltigkeit" soll in alle Politikbereiche einfließen
Wien (pte035/05.06.2000/17:26)
Der heutige Umwelttag 2000 steht ganz im Zeichen der sogenannten "Nachhaltigkeit". "Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz und bedeutet, den Enkelkindern eine bestmögliche Umwelterhaltung sichern zu können", erklärte Umweltminister Wilhelm Molterer heute, Montag, in Wien. Dabei müssen die Prinzipien auf ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene miteinander verträglich sein. Nachhaltigkeit als Prinzip sollte in alle Politikbereiche, besonders in Bereichen wie Bildung, Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft einfließen, forderte der Minister."Die Österreicher sind zwar sehr wohl bereit, wie eine diesbezügliche Fessel-GFK-Studie zeigt, im persönlichen Bereich auf den Umweltschutz zu achten, 55 Prozent wissen aber nicht was der Begriff Nachhaltigkeit überhaupt bedeutet", so Molterer. Massive Aufklärungsarbeit sei hier, so der Umweltminister, nötig. Die Studie belegt, dass nach Gesundheit und Familie der Natur- und Umweltschutz an dritter Stelle der Bereiche, die für die Österreicher im täglichen Leben von besonderer Bedeutung sind, rangiert. Eindeutig wird dabei die Zunahme des Verkehrs, immerhin von 94 Prozent der Bevölkerung, als größtes Problem eingestuft. Bei Bewohnern von Großstädten wird diese Entwicklung sogar von 97 Prozent als größtes Problem betrachtet. Als zweitgrößtes Problem findet man die zunehmenden Müllmengen mit 89 Prozent, gefolgt von Klimaveränderung durch Energieverbrauch. (69 Prozent)
Während bei der Zunahme des Verkehrs und bei den Müllbergen an die Umweltbereitschaft jedes einzelnen apelliert wird, ist bei Luftverschmutzung und Klimaänderung durch steigenden Energieverbrauch vor allem eine dementsprechende Auseinandersetzung seitens der Wirtschaft gefragt. "Angesichts der wachsenden Müllberge ist nächstes Jahr eine Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG) geplant, als oberstes Prinzip wird die Vermeidung von Abfall schlechthin stehen", sagte Molterer. Vorstellbar sei dabei, dass die Hersteller der Verpackungen selbst für die entsprechenden Rücknahme verantwortlich sind.
Ein Themenschwerpunkt hinsichtlich Nachhaltigkeit stellte auch die Verwendung von biologischen Produkten in Österreichs Großküchen dar. 1.300 Fragebögen wurden zum Thema biologische Produkte an österreichische Küchen ausgesandt. Mehr als die Hälfte der Österreicher konsumiert ab und zu Bioprodukte, in der Gastronomie werden Bioprodukte aber nur bei rund 15 bis 20 Prozent in die Angebotspalette hineingenommen. "Das Potenzial könnte hier durchaus noch gesteigert werden", ist Rosemarie Zehetgruber von der Umweltberatung überzeugt. In diesem Sinn zeigt das eben erschienene Handbuch "BIOlogisch genießen!" Wege zum erfolgreichen Einsatz von biologischen Lebensmitteln. Kernzielgruppe dieses Handbuchs sind die österreichischen Großküchen.
100 erfolgreiche Nachhaltigkeitsprojekte werden in der "Nachhaltigkeitstatenbank" des Landschafts- und Umweltministerium http://www.municipia.at/taten vorgestellt. Die Datenbank für nachwachsende Rohstoffe http://www.lebensministerium.at beinhaltet Informationen über diebezügliche österreichische Anbieter, Verarbeiter und Forschungsprojekte. (Ende)
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