pte20000427018 in Leben
Umweltgifte zerstören auch menschliche Intelligenz
Umweltgifte, Strahlung und Mineralstoffmangel drücken auf die Intelligenz
London (pte018/27.04.2000/11:30)
Umweltzerstörung mindert die Intelligenz - so könnte man überspitzt eine weltweit zu beobachtende Entwicklung zusammenfassen. Chris Williams http://www.ioe.ac.uk/eid/williams.htm vom Institute of Education der London University hat Veröffentlichungen der letzten Jahre zusammengefasst, um die Auswirkungen von Umweltverschmutzung auf die menschliche Intelligenz zu ermitteln. Das Problem ist oft, dass nur Einzelsubstanzen untersucht werden, nicht jedoch der Gesamteffekt aller Faktoren. "Die gesammelten Ausmaße des Problems sind wesentlich größer als bisher angenommen", sagte Williams gegenüber der BBC. http://news.bbc.co.uk/hi/english/sci/tech/newsid_722000/722907.stmZum einen sorgen Umweltgifte wie Blei und PCBs (Polychlorierte Biphenyle) für die Abnahme der menschlichen Intelligenz. Blei befindet sich vor allem im Blut von Kindern in Ballungsräumen, in manchen afrikanischen Städten sind bei neun von zehn Kindern erhöhte Bleikonzentrationen messbar - hoch genug, um geistige Fähigkeiten zu vermindern. Zum anderen hat Nährstoffmangel infolge intensiver Landwirtschaft starke Auswirkungen: Eisen und Jod befinden sich immer weniger in der alltäglichen Nahrung. Zum einen, weil Bodenerosion die Erde ärmer an Nährstoffen und Mineralien werden lässt. Gleichzeitig ist heutiges Hochleistungsgetreide ebenfalls weniger reich an Mineralien. Vor allem in Südostasien ist dies zu einem Problem geworden. In immer größerem Maße bauen Landwirte infolge der "grünen Revolution" eisenarmes Getreide wie Mais an.
Auch radioaktive Strahlung hat negative Auswirkungen: So zeigen mehrere Untersuchungen nach Tschernobyl einen signifikanten Anstieg an Kindern, die mit Down Syndrom geboren wurden. Der Anstieg hing davon ab, ob nach der Katastrophe in der betroffenen Region Regen gefallen war. Neun Monate nach Tschernobyl sind in einigen Gegenden Deutschlands, Skandinaviens und in Zentral-Schottland signifikant mehr Kinder mit Down-Syndrom geboren worden als sonst. Eine Studie der "Russian Academy of Sciences" hat gezeigt, dass die Strahlung einer Uranmine ausreichte, um 95 Prozent der Kinder einer nahegelegenen Stadt mit unterdurchschnittlichen geistigen Fähigkeiten "auszustatten". (wsa/BBC) (Ende)
| Aussender: | pressetext.austria |
| Ansprechpartner: | rh |
| Tel.: | 01/406 15 22-0 |
| E-Mail: | redaktion@pressetext.at |
| Website: | pressetext.at |
