Türkei feiert Rückkehr von Artefakten
Neue Erfolge im Kampf gegen den illegalen Handel mit antikem Kulturgut
Istanbul (pts005/04.11.2026/08:55)
Das Archäologischen Museum in Istanbul dokumentiert den Schutz des reichen Kulturerbes der Türkei mit einer neuen Ausstellung von 100 Kunstobjekten, die unrechtmäßig ins Ausland verbracht und jetzt aus den USA rückgeführt wurden. Parallel dazu vereint die Begleitausstellung "Kein Ausweg: Boubon" Artefakte aus der antiken Stadt Boubon in der südtürkischen Provinz Burdur, die einst geplündert und in verschiedene Länder und Sammlungen zerstreut worden waren.
Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy sprach bei der Ausstellungseröffnung von einem "direkten Ergebnis der Diplomatie". Als beispielsweise ein US-Auktionshaus im Mai 2026 Artefakte anatolischer Herkunft zum Verkauf anbot, reagierte das Ministerium prompt. Durch die Bereitstellung wissenschaftlicher Expertisen konnte der Verkauf gestoppt und die Rückgabe sichergestellt werden. Bei der Präsentation der Kunstschätze hob Ersoy die Unterstützung durch die Staatsanwaltschaft von Manhattan, das Außenministerium sowie das türkische Generalkonsulat in New York während des Rückführungsprozesses hervor. Zudem dankte er Turkish Airlines für den sicheren Transport der Artefakte in die Türkei.
100 anatolische Meisterwerke
Zu den rückgeführten Kulturgütern zählt eine bedeutende Gruppe von 40 Objekten, die aus Horoztepe im Bezirk Erbaa (Provinz Tokat) in der zentralen Schwarzmeerregion stammen. Diese Sammlung – bestehend aus zeremoniellen Musikinstrumenten, Waffen und Metallgefäßen – wird auf die Zeit zwischen 2300 und 2000 v. Chr. datiert und zeugt von der hochentwickelten Metallverarbeitung im Anatolien der Frühbronzezeit. Die Rückführung dieser Artefakte – fast 70 Jahre nach ihrer Plünderung – erfolgte auf der Grundlage einer umfassenden wissenschaftlichen und historischen Analyse.
Ein weiterer Komplex umfasst 44 Terrakotta-Platten aus dem Dorf Düver in der Provinz Burdur. Diese Platten, einst Dach- und Fassadenverkleidungen antiker Bauwerke, stammen aus der archaischen Zeit (6. Jahrhundert v. Chr.). Nach früheren Rückführungen aus den USA (2022), Dänemark (2024) und dem Virginia Museum of Fine Arts (2025) konnte der bedeutende Komplex mit den verbleibenden Stücken aus dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles wieder vollständig zusammengeführt werden.
Zu den zurückgeführten Objekten zählen zudem herausragende Einzelstücke, darunter ein Porträt aus der antiken Stadt Aphrodisias in der Provinz Aydın (Südwesttürkei) sowie Theatermasken und Statuetten von Göttinnen.
Fragmentierte Kaiserstatuen wieder vereint
Im Kontext dieser bedeutenden Rückführungen beleuchtet die Ausstellung "No Way Out: Boubon" den Höhepunkt eines jahrzehntelangen Kampfes gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern.Gezeigt werden prachtvolle Bronzestatuen, die einst aus der antiken Stadt Boubon – nahe dem Dorf İbecik im Bezirk Gölhisar (Provinz Burdur) – geraubt wurden.
Die ursprünglich im Sebasteion – einem den römischen Kaisern und der kaiserlichen Familie gewidmeten Heiligtum – entdeckten Statuen gelangten in den 1960er Jahren durch illegale Ausgrabungen in fragmentiertem Zustand ins Ausland. Im Zuge akribischer Untersuchungen verglichen Experten die Verbindungsspuren zwischen den Füßen der Statuen und ihren steinernen Sockeln; dieser Zusammenhang wurde zudem durch Boden- und Bleiisotopenanalysen bestätigt.
Da sich die Köpfe, Torsi und Gliedmaßen zuvor in verschiedenen internationalen Sammlungen und Ländern befanden, mussten alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um diese prachtvollen Bronzen im Rahmen der aktuellen Ausstellung wieder zu vereinen. Zu den aus Boubon zurückgekehrten Artefakten zählen insbesondere Statuen der Kaiser Lucius Verus, Septimius Severus, Caracalla und Marcus Aurelius.
Fotos im Download-Link.
(Ende)| Aussender: | Türkei Tourismus Information |
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| E-Mail: | seywald@tsp.at |
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