pte20000511019 in Leben
Tschernobyls Spätfolgen größer als erwartet
Lebensmittelbeschränkungen sollen bis zu 50 Jahren gelten
Cambridgeshire (pte019/11.05.2000/11:45)
Wissenschaftler haben ermittelt, dass in manchen Teilen Nordeuropas die Radioaktivität auch 14 Jahre nach Tschernobyl noch immer sehr hoch ist. Die Beschränkungen für Lebensmittel wie Waldbeeren, Pilze und Fische werden in Teilen Englands und der ehemaligen Sowjetunion noch bis zu 50 Jahre in Kraft bleiben müssen. Die ursprünglichen Schätzungen werden durch diese Ergebnisse um ein Vielfaches übertroffen. http://www.nature.com/natureDie Selbstreinigung der Natur dauert wesentlich länger als erwartet. Dazu kommt, dass die Radioaktivität nachdem sie vom Boden absorbiert wurde, wieder freigesetzt werden kann. Der Wissenschaftler Jim Smith vom Centre für Ecology and Hydrology http://www.ceh.ac.uk erklärt, dass in den ersten fünf Jahren nach Tschernobyl die Konzentrationen von radioaktivem Cäsium in den meisten Lebensmitteln um den Faktor zehn gesunken sei. In den letzten Jahren seien die Werte nur mehr geringfügig gefallen. Das Centre für Ecology and Hydrology ist Teil des National Environment Research Council. http://www.nerc.ac.uk
Die Cäsium 137 Werte bei Fischen in Norwegen und im englischen Cumbria seien heute wesentlich höher als erwartet. Die Wissenschaftler haben die Cäsiumwerte auch für Vegetation und Seewasser ermittelt. Mit dem Ergebnis, dass die ökologische Halbwertszeit von zwischen einem und vier Jahren in den ersten fünf Jahren nach Tschernobyl auf heute zwischen sechs und 30 Jahren gestiegen ist. 1986 glaubten Wissenschaftler, dass die Schafe aus Cumbria nur für einige Wochen aus dem Nahrungskreislauf genommen werden müßten. Smith und seine Kollegen sagen heute, dass diese Beschränkung noch die nächsten zehn bis 15 Jahre notwendig sein wird. (bbcnews) (Ende)
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