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pte20000614001 in Leben

Tropenkrankheiten: Forschung investiert zu wenig

Gefährliche Seuchen breiten sich weiter aus


Berlin/Liverpool (pte001/14.06.2000/08:45)

Die Tropen-Forschung müsse weiter angekurbelt werden. Weltweit sterben jährlich 17 Mio. Menschen an Infektionskrankheiten, die behandelt werden können. Grund dafür ist die weitgehend zum Stillstand gekommene Forschung und Entwicklung von Medikamenten gegen häufige Erkrankungen wie Tuberkulose, Schlafkrankheit und Malaria. Das erklärte die Sprecherin der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" http://www.aerzte-ohne-grenzen.de Gundula Epp-Graack in Berlin.

"Längst im Griff geglaubte Seuchen breiten sich wieder aus", so die Ärztin. "Von mehr als 1.200 Medikamenten, die in den vergangenen 25 Jahren entwickelt wurden, waren nur 13 zur Behandlung von Tropenkrankheiten geeignet", so Epp-Graack. Gerade in ärmeren Ländern laute die Diagnose oft "unbezahlbar krank". So müsse gegen die gefährliche Schlafkrankheit teilweise ein 70 Jahre altes Mittel eingesetzt werden, an dessen Nebenwirkungen fünf Prozent der Patienten sterben.

Schuld an der Misere sei auch das Fehlen einfacher Behandlungs-Strategien. So sterben jährlich rund zwei Millionen Menschen an Tuberkulose, obwohl diese Krankheit heilbar ist. "Das letzte Standardmedikament ist jedoch mehr als 30 Jahre alt und der Impfstoff stammt aus dem Jahr 1923. Die von der WHO http://www.who.org empfohlene Behandlung, die DOTS-Strategie (Directly Observed Treatment Short Course), ist zwar effektiv, aber teuer und schwierig umzusetzen. Sie ist mit hohen Personalkosten für die Regierungen und Lohnausfall für die betroffenen Patienten verbunden und damit für die meisten Menschen in den ärmeren Ländern nicht durchführbar", so die Ärztin.

Die unvollständig durchgeführte Behandlung führe jedoch zu Resistenzentwicklung. Eine Behandlung der multiresistenten Tuberkulose kostet zwischen 5.000 und 8.000 Dollar pro Patient. Eine entsprechende Diagnose komme somit einem Todesurteil gleich, gleichzeitig breite sich die Krankheit aber weiter aus.

Erfreuliche Neuigkeiten meldete jedoch die Liverpool School of Tropical Medicine http://www.liv.ac.uk/lstm/lstm.html : ein internationales Forscherteam hat einen Weg gefunden, besser gegen die besonders in Afrika weit verbreitete Flussblindheit vorzugehen. Die Krankheit, die durch Würmer aus stehenden Gewässern übertragen wird, kann mit herkömmlichen Antibiotika wie Tetracyclin geheilt werden. Im Tierversuch gab es große Erfolge.

Bisher wurde die Erkrankung mit einem Wurmmittel bekämpft. Dadurch konnte der Befall mit den Würmerlarven um 90 Prozent gesenkt werden, aber eine vollständige Heilung konnte nicht erreicht werden. Die WHO schätzt, dass 50 Mio. Menschen von der Flussblindheit betroffen sind. Zur Bekämpfung der Krankheit hatte die WHO im vergangenen Jahr ein Sonderprogramm in 35 afrikanischen Ländern aufgelegt. Ursprünglich sollte es bis zum Jahr 2002 laufen, akute Finanzprobleme gefährden allerdings die Fortführung der Initiative. (Ende)
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