pte20000403008 in Forschung
Taumel-Clinchen reduziert Fügekräfte in der Blechverarbeitung
Neues Verfahren für besonders belastbare Blechverbindungen
Stuttgart (pte008/03.04.2000/11:00)
Mechanische Verbindungstechniken sind in der blechverarbeitenden Industrie mittlerweile weit verbreitet. Mit ihnen lassen sich unterschiedliche Werkstoffe fügen und der Oberflächenschutz bleibt erhalten. Ein neues, am Fraunhofer- Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) http://www.ipa.fhg.de/ entwickeltes Verfahren ist das Taumel-Clinchen.Blechverbindungen, die besonders starken Belastungen ausgesetzt sind, werden bislang punktgeschweißt. Die schnelle Weiterentwicklung der kostengünstigen und prozesstechnisch überlegenen mechanischen Verbindungstechnik ermöglicht es immer mehr, in Bereiche vorzudringen, die bisher dem Punktschweißen vorbehalten waren. Das wichtigste Verfahren der modernen mechanischen Verbindungstechnik ist das Durchsetzfügen. Eine Weiterentwicklung dieses Verfahrens ist das Taumel- Clinchen.
Bei diesem Fügeverfahren überlagert eine taumelnde Stempelbewegung den linearen Pressvorgang. Die Fügekräfte lassen sich damit gegenüber dem Durchsetzfügen um bis zu 90 Prozent reduzieren - bei gleich guten und besseren Verbindungsqualitäten. Das Taumelclinchen kann bei allen bisherigen Anwendungsbereichen des Durchsetzfügens in der blechverarbeitenden Industrie eingesetzt werden.
Anders als beim Punktschweißen lassen sich hiermit Schwankungen in der Blechdicke problemlos kompensieren. Auch das Fügen von unterschiedlichen Blechdicken, beschichteten Blechen und unterschiedlichen Blechen ist möglich. Eine spezielle Vor- oder Nachbehandlung der Oberflächen der Fügeteile ist nicht erforderlich. Es findet auch keine thermische Beeinflussung der Fügezone durch giftige Gase oder Dämpfe statt. Die Qualität lässt sich zerstörungsfrei kontrollieren.
Darüber hinaus eröffnen sich aufgrund der reduzierten Fügekräfte beim Taumel-Clinchen neue Anwendungsgebiete für die mechanische Verbindungstechnik. Große Bauteile wie Automobilkarosserien, die bisher nur mit weit ausladenden Zangen geschweißt werden konnten, lassen sich nun auch clinchen. Selbst höherfeste und dicke Blechpaarungen stellen kein Problem für das neue Verfahren dar. Informationen: Dr. Johannes Wößner, Fraunhofer-IPA, E-Mail: jfw@ipa.fhg.de (stpnews) (Ende)
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