pte20000809056 in Leben
Tanzmäuse: Gendefekt ist für Bewegungsstörung verantwortlich
Erkenntnisse sollen auch für Human-Medizin genutzt werden
Chicago (pte056/09.08.2000/19:00)
Forscher der Northwestern University Medical School http://www.nums.nwu.edu ist es gelungen, dem Phänomen der "Tanzmäuse" auf die Spur zu kommen. Die Tiere leiden unter einem Gendefekt. Eine veränderte Aminosäure im Protein Epsin ist für das seltsame Verhalten dieser Tiere verantwortlich.Der Wissenschaftler James R. Bartles entdeckte Epsin schon vor einigen Jahren in den Geschlechtsorganen, der Niere und im Darm der Tiere. Nun fand er das Protein auch in den Haarzellen (Stereozilien) des Innenohrs. Diese Sinneszellen befinden sich in einer Gallertmasse und leiten die akustischen Signale über den Hörnerv zum Gehirn. Außerdem wirken sie als Gleichgewichtsorgan, indem sie bei Bewegungen des Kopfes durch die Trägheit der Flüssigkeit gereizt werden.
Der Forscher glaubt, dass diese Signale aufgrund des defekten Proteins nicht richtig verarbeitet werden. So melden die Stereozilien dem Gehirn auch bei völliger Ruhe ständig Bewegungsimpulse. Die Muskeln versuchen infolgedessen fälschlicherweise Gleichgewicht zu halten. Es kommt zu unkontrollierten Kopfbewegungen und ziellosem Herumlaufen
Die Entdeckung Bartles soll auch für die Human-Medizin neue Erkenntnisse bringen. So könnte Menschen, die an einer Kombination von Taubheit und Gleichgewichtsstörungen leiden, geholfen werden. Daher wollen die Wissenschaftler die Bedeutung des Espin-Gendefekts beim Menschen genau untersuchen.
Weitere Informationen: http://www.nums.nwu.edu/~igp/facindex/BartlesJ.html (Ende)
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