pte20000524035 in Leben
Stroke-Units senken Sterberate von Schlaganfallpatienten
Schlaganfallkonferenz in Wien eröffnet
Wien (pte035/24.05.2000/15:19)
"Die richtige und vor allem rasche Therapie entscheidet bei Schlaganfall über Leben und Tod und über das Ausmaß einer eventuellen späteren Behinderung", erklärte Franz Aichner, Leiter der Neurologischen Abteilung an der Oberösterreichischen Landesnervenklinik, bei der 9. internationalen Schlaganfallkonferenz in Wien http://www.esc.at . Methoden wie Angioplastie und Stenting machen es möglich, atherosklerotische Veränderungen in der Halsschlagader auch bei Risikopatienten zu entfernen.Bei der Schlaganfallkonferenz, die heute, Mittwoch, eröffnet wurde, diskutieren internationale Experten bis zum 27. Mai 2000 in der Wiener Hofburg darüber, wie die Risikofaktoren für einen Schlaganfall vermindert werden können. Weltweit sterben jährlich rund 14 Mio. Menschen an Arterienverkalkungen. Die meisten davon gehen auf das Konto von Herzinfarkten und Schlaganfällen. In den westlichen Industrieländern gelten Schlaganfälle als die häufigste Ursache für Invalidität. Doch auch bei diesen Erkrankungen gebe es eine Prävention.
"Wenn atherosklerotische Veränderungen in der Halsschlagader ein solch kritisches Ausmaß annehmen, dass die ausreichende Hirndurchblutung akut gefährdet ist, muss chirurgisch eingegriffen werden, um einem Schlaganfall vorzubeugen", so Aichner. Die meisten Patienten sind aber zu alt, um sich einer solchen Operation zu unterziehen, daher werde von neuen Methoden Angioplastie und Stenting Gebrauch gemacht.
Diese Eingriffe sind bei der Behandlung verengter Herzkranzgefäße heute weit verbreitet, befinden sich aber beim Einsatz an der Halsschlagader noch in der Erprobungsphase. Doch gehen die Mediziner davon aus, dass diese Methoden auch dort zum Erfolg führen. "Eine beim Kongress vorgelegte Untersuchung zeigt, dass die Komplikationsrate während des Eingriffes bei nur fünf Prozent liegt, auch eine neuerliche Verengung des Gefäßes trat nur in fünf Prozent der Fälle auf", sagt Aichner.
Die bestmögliche Behandlung nach einem erfolgten Schlaganfall erhalten Patienten in speziell ausgestatteten "Stroke-Units". Diese sind spezialisierte Abteilungen, die mit besonders geschultem Personal mit modernsten Geräten und Medikamenten ausgestattet sind. "Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Sterberate bei Patienten, die in Stroke-Units behandelt werden, deutlich gesenkt werden kann", so Aichner. Das gelte auch für die Lebensqualität nach dem Schlaganfall. Solche Abteilungen gebe es auch in Österreich, derzeit sei die Versorgung jedoch nicht flächendeckend.
Die neuen diagnostischen Verfahren mit der Magnetresonanztherapie und der Ultraschalldiagnostik erzielten in den letzten Jahren beachtliche Erfolge. Der Grund dafür liege in der hohen optischen Auflösung der modernen Geräte, die auch eine individuelle Behandlung von Schlaganfallpatienten möglich macht. Dies gelte sowohl für die Akutbehandlung als auch für die Prävention. "Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie ist es möglich, innerhalb von 20 Minuten das Ausmaß der vorliegenden Hirndurchblutungsstörung zu beurteilen", sagt Michael G. Hennerici, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Mannheim http://www.ma.uni-heidelberg.de . Dadurch können bereits geschädigte Hirnareale von jenen Regionen abgegrenzt werden, die noch intakt, jedoch durch die vorliegende Minderdurchblutung bedroht sind.
Die Rolle der Rehabilitation nach einem Schlaganfall ist ein weiterer wichtiger Themenschwerpunkt auf der Konferenz in Wien. Der Einfluss auf die spätere Lebensqualität, Berufsfähigkeit und Wiedereingliederung in den Alltag macht diese zum integralen Bestandteil der Therapie.
Weitere Informationen: http://www.schlaganfall.org/index.htm und http://www.eurostroke.org/wien.htm (Ende)
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