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pts20261002007 in Leben

Steak muss mehr können als "teuer"

Familie Huth über leistbare Steaks und warum gute Fleischqualität nicht den höchsten Preis braucht


Wien (pts007/02.10.2026/09:35)

Muss ein wirklich gutes Steak teuer sein? Für Familie Huth ist die Antwort klar. Nein! Denn Qualität bemisst sich nicht am Preis allein. Entscheidend ist, was auf den Teller kommt und ob Geschmack, Qualität, Handwerk und Preis in einem überzeugenden Verhältnis zueinander stehen.

Die erfolgreiche Wiener Gastronomenfamilie beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Fleisch und Steak. Dabei rückt eine Frage zunehmend in den Mittelpunkt. Wie kann man sehr gute Steak-Qualität bieten, ohne Steak zum Luxusprodukt zu machen?

Die Antwort darauf nennt Familie Huth das "leistbare Steak"

Leistbar bedeutet dabei ausdrücklich nicht billig. Es bedeutet, Qualität und Preis so zu denken, dass der Gast für sein Geld einen nachvollziehbaren Gegenwert bekommt. Nicht Prestige oder der höchste Preis entscheiden über ein gutes Steak, sondern das Produkt und das Wissen darüber, wie man das Beste daraus macht. Und bei Huths "Mama & der Bulle" grillt Mama bekanntlich mit 1.000 Grad.

"Ein gutes Steak definiert sich für mich nicht über seinen Preis. Es muss am Teller etwas leisten. Es muss geschmacklich überzeugen, die Qualität muss stimmen und am Ende muss der Gast sagen können, das war es mir wert. Genau das ist für mich ein leistbares Steak", führt Robert Huth aus.

Leistbar ist nicht billig

Steak ist in den vergangenen Jahren immer stärker zum Premiumprodukt geworden. Besondere Herkunft, exklusive Teilstücke und aufwendige Reifungsmethoden haben die Steak-Kultur weiterentwickelt. Gleichzeitig ist damit vielerorts der Eindruck entstanden, außergewöhnlicher Steakgenuss müsse zwangsläufig außergewöhnlich teuer sein.

Familie Huth sieht darin keinen Automatismus. Ein hoher Preis allein ist noch kein Qualitätsversprechen. Vielmehr geht es darum, beim Einkauf genau hinzusehen, das Potenzial unterschiedlicher Fleischstücke zu erkennen und daraus ein kulinarisches Erlebnis zu schaffen, das seinen Preis wert ist.

Das leistbare Steak ist damit keine Absage an Qualität. Im Gegenteil. Es verlangt nach Wissen und Erfahrung, um Qualität dort zu erkennen, wo sie nicht allein durch Exklusivität oder einen prominenten Namen definiert wird.

Qualität wird bewusster hinterfragt

Gleichzeitig hat sich auch der Blick der Gäste verändert. Fleischsommelier Moritz Huth beobachtet, dass Qualität heute bewusster hinterfragt wird und Gäste genauer wissen wollen, was auf ihrem Teller liegt.

"Unsere Gäste beschäftigen sich heute viel intensiver mit Fleisch und wollen verstehen, was gute Qualität ausmacht. Das finde ich gut. Denn ein hervorragendes Steak muss nicht automatisch das teuerste auf der Karte sein. Unsere Aufgabe ist es, genau diese Qualität zu finden und für unsere Gäste erlebbar zu machen. Diesen Gedanken wollen wir künftig noch stärker verfolgen. Auch bei unserem zweiten 'Mama & der Bulle', das wir im November am Spittelberg eröffnen", sagt Moritz Huth, zweite Generation der Gastrofamilie.

Am Ende entscheidet das Handwerk

Ein gutes Produkt ist allerdings nur der Anfang. Für Gabriele Huth ist das Handwerk in der Küche mindestens ebenso entscheidend. Denn selbst hervorragendes Fleisch garantiert noch kein hervorragendes Steak.

Temperatur, Grill, Gargrad und das richtige Timing entscheiden darüber, was schließlich beim Gast ankommt. Gerade darin sieht Familie Huth einen wesentlichen Teil ihrer Steak-Kompetenz. Wer sein Produkt versteht und sein Handwerk beherrscht, kann auch jenseits der teuersten Stücke außergewöhnlichen Geschmack auf den Teller bringen

"Steak-Kompetenz bedeutet für mich nicht, möglichst teures Fleisch einzukaufen. Sie bedeutet, das richtige Produkt auszuwählen und genau zu wissen, wie man das Beste daraus macht. Am Ende zählt, was beim Gast ankommt. Und diese Qualität soll auch leistbar bleiben", sagt Gabriele Huth.

Preis-Leistung wird zum Qualitätsmerkmal

Der Anspruch an Gastronomie verändert sich. Gäste wollen Qualität, achten aber gleichzeitig bewusster darauf, was sie für ihr Geld bekommen. Für Familie Huth ist das kein Widerspruch. Vielmehr wird ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis selbst zum Qualitätsmerkmal.

Das "leistbare Steak" steht damit für einen Zugang, der Genuss nicht über Status oder Preis definiert. Es geht um ausgezeichnetes Fleisch, gastronomisches Know-how und die Überzeugung, dass sehr guter Steakgenuss nicht ausschließlich eine Frage des Budgets sein sollte.

Oder, wie Familie Huth es zusammenfasst: "Am Ende interessiert den Gast nicht, ob ein Steak auf dem Papier besonders exklusiv ist. Es muss schmecken. Und wenn er nach dem letzten Bissen das Gefühl hat, dass Qualität, Genuss und Preis zusammengepasst haben, dann haben wir unseren Job richtig gemacht."


Huth Gastronomie
Mama & der Bulle

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