Medien

HIGHTECH

05.08.2020 - 16:15 | HENRICHSEN AG München
05.08.2020 - 16:00 | PROCAD GmbH
05.08.2020 - 13:30 | pressetext.redaktion

BUSINESS

05.08.2020 - 13:50 | results & relations Gesellschaft für Kommunikation GmbH
05.08.2020 - 12:05 | Vogel Communications Group GmbH & Co. KG
05.08.2020 - 11:00 | G DATA CyberDefense AG

MEDIEN

05.08.2020 - 11:30 | pressetext.redaktion
05.08.2020 - 06:10 | pressetext.redaktion
04.08.2020 - 11:40 | pressetext.redaktion
pte20200728018 Medien/Kommunikation, Medizin/Wellness

Social Media: Ärzte-Protest im #Medbikini

Breit bekannt gewordene Aktion in den USA richtet sich gegen als sexistisch gesehene Studie


Bikini-Protest: Ärztin im
Bikini-Protest: Ärztin im "unprofessionellen" Look (Foto: Vera Bajarias/Twitter)

Boston (pte018/28.07.2020/11:30) - In den vergangenen Tagen gab es auf sozialen Medien eine Flut von Fotos, die Ärztinnen und medizinische Fachkräfte unter dem Hashtag #Medbikini in Bademode zeigen. Damit haben die Medizinerinnen gegen eine im "Journal of Vascular Surgery" (JVS) http://jvascsurg.org erschienene Studie protestiert, die Social-Media-Profile auf nach Ansicht der Autoren "unprofessionell" erscheinende Inhalte analysierten. Dass dabei gerade "provokante Bademode" ein wichtiges Kriterium war, empfanden nicht nur viele Ärztinnen als sexistisch.

"Provokante" Studie

Eigentlich sollte es im JVS um Gefäßchirurgie gehen. Doch erschien im Dezember 2019 auch eine Studie der Boston University School of Medicine, die sich mit der Verbreitung von unprofessionellen Social-Media-Inhalten bei jungen Gefäßchirugen befasste. Diese können den Autoren zufolge medizinisches Personal oder Kliniken das Vertrauen von Patienten kosten. Als unprofessionell haben die Bostoner Forscher dabei unter anderem Fotos in Unterwäsche, "provokantes" Posieren in Bademode oder mit "provokanten" Halloween-Kostümen eingestuft.

Aus Sicht der Kritiker scheint dabei die Definition von "provokant" selbst provokant, da sie vor allem Frauen treffe und somit sexistisch sei. Denn es sollte auch für junge Ärztinnen normal sein dürfen, dass sie sich auf sozialen Medien auch mal im Bikini im Urlaub zeigen dürfen. Eben deshalb haben Ärztinnen allen Alters mit ihren Fotos nun am #Medbikini-Protest in sozialen Medien teilgenommen. Auch männliche Kollegen haben diesen mit etwas freizügigeren Fotos unterstützt - obwohl der nackte männliche Oberkörper nach sexistischen Maßstäben ja gar nicht so provokant ist wie ein Bikini.

Wieder zurückgezogen

Der etwas verspätete heftige Gegenwind auf die ursprüngliche Studie und Leser-Feedback auch abseits sozialer Medien haben mittlerweile dazu geführt, dass diese vom Fachjournal in Übereinkunft mit den Autoren zurückgezogen wurde. Man sei zwar der Ansicht, dass die Autoren junge Gefäßchirurgen vor den Risiken sozialer Medien warnen wollten, so das JVS. "Der Review-Prozess hat jedoch darin versagt, Fehler im Studiendesign in Bezug auf bewussten und unbewussten Bias zu erkennen, sodass das Paper so ausgelegt wurde, dass es Ungleichheiten in der Chirurgie fördere", heißt es. So restlos reumütig klingt das nicht - es bleibt also abzuwarten, wie viel #Medbikini am Ende wirklich gebracht hat.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Thomas Pichler
Tel.: +43-1-81140-314
E-Mail: pichler@pressetext.com
Website: www.pressetext.com
|
|
98.402 Abonnenten
|
181.918 Meldungen
|
74.315 Pressefotos
Top