pte20000904032 in Leben
Skandinaviens Tabakindustrie besticht Mediziner
Gesponserte Ärzte verharmlosten die Gefahren des passiven Rauchens
Kopenhagen (pte032/04.09.2000/14:59)
Die Tabakindustrie hat in den skandinavischen Ländern renommierte Mediziner bestochen, damit sie sich öffentlich gegen Anti-Raucher-Gruppen äußern. Dieser Skandal kam durch einen Bericht der Zeitung "Jyllands-Posten" http://www.jp.dk/dbp/internetavisen/forside ins Rollen. Üppige Zuwendungen sorgten dafür, dass die meisten als Kardiologen tätigen Ärzte die Gefahren des passiven Rauchens verharmlosten.Die Ärzte kassierten Hunderttausende Kronen für diskrete, aber mit wissenschaftlicher Durchschlagskraft versehene Lobbyarbeit. Im Zeitungsbericht hieß es, dass ein inzwischen 82-jähriger Mediziner mit umgerechnet 3.500 bis 6.500 DM vom US-Konzern Philip Morris http://www.philipmorrisusa.com bestochen wurde. Der Mediziner war seit Jahrzehnten als seriöser, engagierter Gesellschaftskritiker in Dänemark bekannt.
Noch direkter agierte der US-Tabakkonzern in Schweden. Der Mediziner Torbjörn Malmfors vom Stockholmer Karolinska Institut http://www.mic.ki.se , das jedes Jahr den Medizin-Nobelpreis vergibt, betätigte sich als Koordinator eines ganzen Netzwerkes von Ärzten, die die Tabaklobby unterstützten. Nach Angaben der schwedischen Tageszeitung "Aftonbladet" http://www.aftonbladet.se sollen drei Ärzte dafür 60.000 DM erhalten haben.
Das Auswahlkriterium der Tabak-Lobbiysten für ihre gekauften Helfer war deren Reaktion auf Fachartikel über das passive Rauchen. Diese schickte man ihnen testweise zu. Reagierten sie fragend oder ablehnend, bot ihnen der US-Konzern eine gutbezahlte Kooperation an. Auf diesem Weg kamen in Norwegen auch medizinische Fachstudien zu Stande, mit denen die Gefahren von passivem Rauchen als unbewiesene Behauptungen heruntergespielt wurden. (Ende)
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