pte20260331026 in Forschung

Schonende OPs in versteckten Körperregionen

Neu entwickeltes Endoskop von Schweizer Forschern ist äußerst flexibel und dennoch kraftvoll


Neues Endoskop für schonendere Operationen (Foto: pixabay.com, Sasin Tipchai)
Neues Endoskop für schonendere Operationen (Foto: pixabay.com, Sasin Tipchai)

Lausanne/Epalinges (pte026/31.03.2026/12:30)

Ein neuartiges Endoskop kann innerhalb eines Sekundenbruchteils von steif auf flexibel umgeschaltet werden – und umgekehrt. Dieses Kunststück ist Ingenieuren von Dexterous Endoscopes gelungen, einer Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL). Damit lassen sich künftig erstmals schonende Operationen an schwer zugänglichen Körperstellen durchführen.

Endoskope, mit denen sich selbst entlegene Regionen des Körpers erkunden lassen, sind äußerst flexibel. Am Ziel angekommen können sie bislang allerdings nur Bilder liefern. Operieren ist unmöglich, weil sie auf Grund ihrer Flexibilität keine Kraft haben, um etwa ein winziges Skalpell zu führen. Das ist Endoskopen vorbehalten, die weit weniger beweglich sind, allerdings längst nicht alle Regionen des Körpers erreichen können. Das neue Gerät der Schweizer Wissenschaftler vereint jetzt beide Eigenschaften in sich.

Vorarbeiten an der EPFL

An der EPFL haben Ingenieure die Technologien für potenzielle Anwendungen in chirurgischen Instrumenten erforscht. Dazu gehören Ansätze der weichen Robotik wie intelligente Polymere und fortschrittliche Metalllegierungen, die ihre Steifigkeit unter thermischer Stimulation ändern, sowie Systeme, die Tausende von Fasern oder Granulaten verwenden, die in ein weiches äußeres Substrat eingebettet sind und unter Vakuum zwischen weichen und starren Zuständen wechseln können. Aufbauend auf diesen Arbeiten, entwickelte Dexterous Endoscopes einen neuen Ansatz, der auf einer mechanisch segmentierten Architektur basiert.

Das Gerät besteht aus zahlreichen Segmenten, die sich auf dem Weg zum Ziel im Körper frei bewegen. Dort angekommen, werden sie blitzschnell verriegelt, sodass erhebliche Kräfte übertragen werden können, die für eine Operation ausreichen. "Damit können Ärzte in schwer zugänglichen Bereichen minimalinvasiv operieren, etwa im Hals-Nasen-Ohren-Bereich sowie bei urologischen Eingriffen und solchen in Magen und Darm", sagt Yegor Piskarev, CEO von Dexterous Endoscopes.

Kostengünstiger und patientenschonend

Bisher sind Chirurgen gezwungen, minimalinvasive Eingriffe in offene Operationen umzuwandeln, wenn sie das Ziel mit einem OP-fähigen, relativ starren Endoskop nicht erreichen können. Dies ist eine zusätzliche Belastung für die Patienten, und sie müssen länger stationär behandelt werden, was zu höheren Kosten führt.



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